Face Music - History: Horsemen – Nomads
      • Geschichte der Reiternomaden




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P & C December 1998
- Face Music / Albi

- last update 03-2016


  • Uiguren
    - 4./5. bis 14. Jahrhundert n. Chr
- Landkarten: Uiguren und Uiguren 2
Das Volk der Uighuren entstand im 4./5. Jahrhundert aus der Verschmelzung früherer turkomongolischer Gruppen und siedelte ursprünglich im Orchon- und Selengetal. Dort hatten sie die Sekiz-Oghusen im Osten und die Dokuz-Oghusen im Norden und Nordwesten als Nachbarn. Ihr erster belegter Herrscher war Ay Uzhru (reg. 487-508 n. Chr.); er stand dem Yaghlaqar-Klan vor, der die Oberherrschaft über die neun Stämme ausübte und mit der alten Xiongnu-Herrscherfamilie Aschina verwandt war. In der Regierungszeit von Begchi (reg. 537-41 n. Chr.) fielen 541 n. Chr. auch die Uighuren unter die Oberherrschaft der Ruanruan. 546/50 n. Chr. schloss der Göktürken-Herrscher Bumin / Tuman die Uighuren gewaltsam an sein Grossreich. 605 n. Chr. wurde das Reich der Orchon-Uighuren gegründet, als sich Shigan-Sygin formal von den Göktürken unabhängig machte. Doch 681 n. Chr. wurde ihr Herrscher Toghuch von den Göktürken wieder unterworfen, und die Orchon-Uighuren kehrten in den Reichsverband zurück. Unter Iltimis-Kutlug Bilg-Kül erhoben sie sich 744/5 n. Chr. gegen die Göktürken und erschufen in einer Abfolge lokaler Konflikte ein neues Grossreich in der heutigen Mongolei (745-840 n. Chr.). In diesem übten sie eine Art Oberherrschaft über benachbarte und eng verwandte Gruppen wie Basmilen, Karluken, Turgesch, Oghusen, Tataren, Kitan und Kirgisen aus, oder sie zwangen diese bei Widerstand zur Abwanderung. Man verzeichnete Ackerbau und einige Städte bis hinein nach Tanna-Tuwa. Schliesslich herrschten die Uighuren über neun Stämme, die zu den Osttürken gehörten. Als erstes Zentrum ihrer Macht hatten die Uighuren Char balgas (auch Kara Balgasun oder Karabalgasun) etabliert. Die Sprache war Uighurisch, die heute (von der Volksrepublik gefördert) mit der arabisch-persischen Schrift wiedergegeben wird. Die Mehrheit der Uighuren gehört dem sunnitischen Islam an. Bereits unter den Söhnen Iltemis (Bilge-Kül [reg. 747-59 n. Chr.] und Tengri [reg. 759-79 n. Chr.]) wurde das Reich alten Traditionen entsprechend geteilt. Die Hauptstadt der Osthälfte war das mongolische Char balgas, das sich am Ostufer des Orchon befand. Als Hauptstadt des Westreiches galt Tofar. Vor allem unter Bilge-Kül erreichte das junge Uighurenreich seine grösste Macht. Dessen Söldnerdienste für die (vom An-Lushan-Aufstand - Provinz in Südchina Jiangxi) erschütterte Tang-Dynastie führten dazu, dass Tengri 762 n. Chr. nach China kam und dort, mit dem Grossteil des Adels, zum Manichäismus (die Weisheit und das Wissen anderer Religionen, Kirchen und Traditionen aufzunehmen) übertrat. Aber auch die Assyrische Kirche und der Buddhismus breiteten sich im Reich aus. Dadurch wurde es den Uighuren ermöglicht, den Handel mit dem christlichen Morgenland auszubauen. Sie übernahmen nun die syrisch-aramäische Schrift und bildeten in der Folgezeit ein bedeutendes Schrifttum aus (Uighur alphabet).. Handel und Religion wurde bei den Uighuren gepflegt, das Kriegshandwerk weniger: Eine Besonderheit des uighurischen Staates war, dass der Khagan und dessen Stellvertreter, der Schad, dem staatstragenden Volk der Sogdier entstammte. Dadurch wirkte das Uighurenreich nicht so diktatorisch wie all seine Vorgängerreiche. Doch Teile des Adels waren mit der Politik der Sogdier nicht einverstanden. So kam es unter der Führung des Tun Baga Tarkhan zum Aufstand des Adels, und Tarkhan ordnete die Ermordung (779 n. Chr.) seines Vetters Tengri Khagan an, als dieser sich weigerte, die Sogdier zu entmachten. Tarkhan nahm nun den Titel Alp-Kutluq Bilge an. Alp-Kutluq richtete seine Politik wieder nach China aus und liess zahlreiche Christen ermorden. Nach dem Tode Alp-Kutluqs (789 n. Chr.) verloren die Uighuren vorübergehend an politischem Einfluss. Nachfolger wurde nun Külüg-Bilge (reg. 789/90 n. Chr.), und bereits 790 n. Chr. wurde der minderjährige Bruder Kutlug-Bilge (790/95 n. Chr.) zum Herrscher ausgerufen. Doch lag die wahre Macht bei General Kutluq, der allerdings als erfolglos galt: Sämtliche Feldzüge des Jahres 790 gingen für Kutluq verloren. 795 n. Chr. starb Külüg-Bilge, ohne einen Nachfolger zu hinterlassen. General Kutluq nahm nun den Namen Ay-Tengride Ülüg-Bulmis Alp-Kutluq Ulugh-Bilge (reg. 795-805 n. Chr.) an und ergriff die Macht. Bereits 791/92 n. Chr. konnte er die Niederlage von 790 n. Chr. ausgleichen, als er mehrere Städte im Tarimbecken von den Tibetern eroberte. Ay-Tengride stellte die Macht des Uighurenreiches wieder her, wovon seine Nachfolger, Ay-Tengride Kut-Bulmis Külüg-Bilge (reg. 805-08 n. Chr.) und Ay-Tengeride Kut-Bulmis Alp-Bilge (reg. 808-21 n. Chr.), noch lange zehren konnten. Der Nachfolger des letzteren, Kün-Tengride Ülüg-Bulmis Alp-Küchlüg- Bilge (reg. 821-24 n. Chr.) baute die guten chinesisch-uighurischen Beziehungen weiter aus, allerdings warfen die ständigen Einfälle uighurischer Horden in China dunkle Schatten auf diese Beziehungen. China war mit seinen Belohnungen für die Hilfsdienste der Uighuren nicht mehr so grosszügig wie einst: Ay-Tengride Kut-Bulmis Alp-Bilge (reg. 824-32 n. Chr.) musste sich mit der bescheidenen Erlaubnis, Pferdehandel treiben zu dürfen und mit ein paar Ballen Seide zufriedengeben. Schliesslich kam es zum blutigen Aufstand gegen die Herrscher-Dynastie, und Alp-ilge wurde 832 n. Chr. von seinen engsten Ministern ermordet. Nachfolger wurde nun Ay-Tengeride Kut-Bulmis, Alp-Külüg Bilge (reg. 832-39 n. Chr.) galt als schwacher Herrscher, der zusehen musste, wie sein Minister Kürebir die Scha-t‘o (eine Stammesföderation aus drei Stämmen) gegen ihn einsetzte. Alp-Külüg Bilge beging daraufhin Selbstmord. Ein strenger Winter und innenpolitischer Verrat schwächten 839/40 n. Chr. das Reich in der Mongolei, so dass es schliesslich durch einen Angriff der Jenissei-Kirgisen zugrunde ging. 839 n. Chr. zog sich der uighurische General und Anführer Külüg Bagha zu den mit den Uighuren verfeindeten Kirgisen zurück. 840 n. Chr. überfielen die 40 Stämme der Kirgisen die Städte Tofar, Char balgas und Ordu Balyk. Daraufhin entflammte ein blutiger Krieg zwischen beiden Völkern. Anführer der Kirgisen waren damals Uje Khan (gest. 847 n. Chr.) und ebenso dieser Külüg Bagha. Im Verlaufe dieses Krieges wurde dann auch die Stadt Char balgas von den Kirgisen vollkommen zerstört.

Am Ende war das Uighurenreich vollständig zerschlagen, ihre Herrscher Kichik-Tegin (reg. 839-40 n. Chr.) und Ughe-Tegin (reg. 840-46 n. Chr.) wurden getötet, und die Kirgisen traten deren Erbe an. Nach dem Niedergang ihres Reiches wurden die Uighuren durch die Kirgisen in alle Richtungen zerstreut. Das Gros der Uighuren gründete jedoch zwei kleinere Staaten im heutigen Xinjiang (856 n. Chr.) und in der heutigen Provinz Gansu. Die Uighuren wurden nun endgültig sesshaft, vermischten sich mit ihren Nachbarn in einer Stadtkultur und lehnten eine Rückkehr in die mongolische Steppe ab. Der Uighurenstaat in Gansu wurde 1028-36 n. Chr. von den Tanguten übernommen. Der Uighurenstaat im heutigen Xinjiang (Zentrum Beschbalyk, Turfan) wurde circa 1130 n. Chr. von den Kara Kitai, 1209 von den Mongolen abhängig und ging im 14. Jahrhundert zugrunde. Trotzdem strahlt ihr kultureller Einfluss (ihre Schrift, Verwaltungsstruktur) bis zur heutigen Zeit auf die Nachbarn aus. Die Mongolen übernahmen ihre Schrift, denn vorher hatten sie nicht geschrieben; nun aber nennen sie diese die „mongolische Schrift“

Etwa zur Mitte des 13. Jahrhunderts n. Chr. setzte sich der Islam bei den Uighuren im heutigen Xinjiang durch. (1252/5 n. Chr. fand die Anklage und Hinrichtung des buddhistischen Herrschers Idiqut Salendi wegen Islamfeindlichkeit statt).

Mitte des 18. Jahrhundert wurden die Uighuren von den Mandschu unterworfen, ihr Siedlungsgebiet wurde an das Chinesische Reich angeschlossen. Der Versuch des Kokander Warlords Jakub Beg, sich in Kaschgar bzw. Chinesisch-Turkestan ein neues Reich zu schaffen, misslang in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Sein Aufstand wurde nicht von allen Turkvölkern unterstützt, von chinesischen Muslimen gar bekämpft und von mandschurischen Regierungstruppen schliesslich niedergeschlagen. Mehrere Millionen Uighuren und Chinesen wurden dabei getötet. In weiteren angeblichen Aufständen zwischen 1884 und 1949 sowie Aufständen zwischen 1949 und 1972 sollen nochmals Hunderttausende Uighuren und Angehörige ihnen verwandter Turkvölker ums Leben gekommen sein. Die Region wurde als „Xinjiang“ (neues Gebiet, Neuland) zum Grenzland zu Russland und dessen Einfluss unterworfen. Die Uighuren und Turkvölker bevorzugen die Bezeichnungen „Uighuristan““ oder „Ost-Turkestan“.

September 2010 – Albi - Revidiert von Hermelinde Steiner – Januar 2011
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