Face Music - History: Horsemen – Nomads
      • Geschichte der Reiternomaden




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P & C December 1998
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Sarmaten – Sauromaten – Sarmats – Sauromats
- 6. Jahrhundert v. Chr. bis 4. Jahrhundert n. Chr.

  • Sauromaten: 6.- 5. Jahrhundert v. Chr.
  • Frühe Sarmaten: 4. - 2. Jahrhundert v. Chr.
  • Mittlere Sarmaten: spätes 2. Jahrhunder v. Chr.
    • Späte Sarmaten: 2. - 4. Jahrhunder n. Chr.

    - Landkarten: Sarmaten "Skythen"
    Sarmatenimmigration
    Herodotus Worldmap
    Sarmatimmigration2

    Die Sarmaten waren auch eine Stammeskonföderation von iranischen Reitervölkern, die zuerst nach Osten (Zentralasien) wanderten und erstmals in antiken Schriftquellen für das Jahr 513 v. Chr. erwähnt wurden. Gemeinsam kämpften sie damals mit den Skythen gegen den Perserkönig Darius I.

    Die Sauromaten-Kultur wandelte sich im Verlauf des 4. Jahrhunderts v. Chr. Wahrscheinlich wurde das Weideland für die Steppen-Nomaden knapp, als neue Gruppen aus dem Ural-Gebirge und aus der Taiga zu den Sarmaten stiessen, unter ihnen auch die Massageten, die wiederum mit den Saken (Skythen) verbündet waren. Durch gesellschaftliche Veränderungen sowie durch Abwanderung formierten sich nun die Sarmaten neu. Am Fluss Ilek im Südural wurden in den Kurgan-Hügeln reich ausgestattete Gräber gefunden, offensichtlich für Angehörige einer Elite. Es wird vermutet, dass in dieser Region ein Zentrum der Sarmaten lag. Die früheren Stämme, Sauromaten und Sarmaten genannt, siedelten zwischen dem 6. Jahrhundert v. Chr. und dem 4. Jahrhundert n. Chr. im südrussischen und ukrainischen Steppengebiet. Hier verdrängten bzw. ersetzten sie ab dem 3. Jahrhundert v. Chr. die Skythen, was zahlreiche Grabfunde beweisen. Die Sprache der Sarmaten gehört zur nordostiranischen bzw. mitteliranischen Gruppe der indoeuropäischen Sprachfamilie, die heute noch bei den Osseten im Kaukasus weiter lebt.

    Im 1. Jahrhundert v. Chr. umfasste das Reich den Raum vom Barent Meer, Baltischen Meer, entlang der Weichsel (Polen), das Karpaten Gebirge, die Mündung der Donau, die Nordküste des Schwarzen Meeres, die Wolga hinauf und den Nordkaukasus bis zum Kaspischen Meer. Ab 370 n. Chr. zerfiel dieses lockere Bündnis der sarmatischen Stämme beim Vordringen der Hunnen und löste eine grössere Völkerwanderung nach Westen aus.

    Die Sarmaten vermischten sich auch mit den Skythen und Amazonen. Dies könnte mit einer hohen Stellung sowie kämpferischen Ausstattung von Frauen in der frühen sarmatischen Gesellschaft zusammenhängen, wie weibliche Kurgan-Gräber mit Waffenbeigaben und wertvoller Ausstattung belegen. So berichtet der makedonische Schriftsteller Polyainos um 165 n. Chr., wie die sarmatische Königin Amage im 3. Jahrhundert v. Chr. eigenhändig den Herrscher der Krim-Skythen besiegte.

    Die Sarmaten überfielen oft das angrenzende Römische Reich und wurden als Hilfstruppen angeworben und kämpften in verschiedenen römischen Legionen, nachdem der Stamm der Jazygen 175 n. Chr. im 1. Markomannenkrieg (*) an der nördlichen Mündung des Donau-Flusses am Schwarzen Meer eine Niederlage erlitte hatte. Im Rahmen des folgenden Waffenstillstandes verlangte Kaiser Marc Aurel vom jazygischen König Zanticus Reitertruppen als Geiseln, wovon einige sofort in die römische Provinz Britannia verlegt wurden.

    (*) Auseinandersetzungen zwischen dem Römischen Reich und den germanischen und sarmatischen Stämmen, hauptsächlich im Bereich der mittleren Donau (Mähren), Slowakei, Ungarn und Rumänen.

    Ab dem 3. Jahrhundert n. Chr. wurden Sarmaten im ganzen römischen Reich angesiedelt, sie kämpften in römischen Armeen und erwarben oft die römische Staatsbürgerschaft. Es entstanden sarmatische Siedlungen in Gallien (ehemaliges Siedlungsgebiet der Kelten) und in Italien. Auch in Thüringen finden sich Ansiedlungen. Sarmatische Truppen wurden auch am Niederrhein (heutigen Krefeld) stationiert. Gefürchtet waren ihre gepanzerten Lanzenreiter, die beidhändig bis zu 4 Meter lange Stosslanzen benutzten; ebenso auch die berittenen Bogenschützen, die mit Reflexbögen von grosser Reichweite und Durchschlagskraft sogar rückwärts gewandt schiessen konnten. Eine wirkungsvolle Taktik war, ihre Gegner durch Scheinrückzüge in einen Hinterhalt zu locken. Gross war auch ihr Einfluss auf das späte römische Heer. Gotische und slawische Stämme wurden nachweislich von Sarmaten geprägt.

    Stämme der Sarmaten

    Die Sarmaten im Ganzen waren kein einheitliches Volk, sondern setzten sich aus zahlreichen Volksgruppen und Teilstämmen zusammen, verbunden durch einen gemeinsamen Kulturhorizont.

    Die Aorsen waren der grösste Stamm. Nach ihrer Abspaltung von der Stammeskonföderation siedelten sie nördlich des Bosporanischen Reiches am Asowschen Meer und eroberten fast die gesamte Ukraine, Weissrussland und das Gebiet des Fürstentums Nowogorod. Im 3. Jahrhundert n. Chr. wurden sie endgültig von den Goten geschlagen.

    Die Jazygen waren ursprünglich westlich des Dons an der Schwarzmeerküste beheimatet. Ihre Ansiedlung zwischen Donau und Theiss im 1. Jahrhundert wurde zusätzlich von Rom gefördert, um einen Keil zwischen germanisches und dakisches Territorium zu treiben. Der ungarische König Béla IV. förderte noch im 13. Jahrhundert die Ansiedlung von Jazygen in der dünn besiedelten Steppe östlich von Budapest, um die Hauptstadt besser vor Angriffen der Mongolen zu schützen.

    Die Daker waren ein thrakisches Volk, das seit dem 5. Jahrhundert v. Chr. das westliche Schwarzmeergebiet besiedelte. Um 50 v. Chr. unter dem König Burebista entstand ein erstes grosses Dakerreich mit Schwerpunkt im heutigen Siebenbürgen. Im Westen reichte es bis nach Mähren, wo sie einige Stämme der Kelten unterwarfen: Im Osten bis zur Küste ans Schwarze Meer und zum Bug, im Süden bis zum Balkan-Gebirge. Die Daker sind eng mit den benachbarten Geten (Vorfahren der Rumänen) verwandt und hatten vermutlich dieselbe Sprache.

    Die Alanen siedelten ab dem 2. Jahrhundert v. Chr. im nördlichen Kasachstan und im Nordosten des Kaspischen Meeres, zogen dann ab Mitte des 1. Jahrhunderts n. Chr. in die südrussischen Steppen zwischen Wolga und Don. Sie existierten als eigener Stammesverband länger als die Sarmaten und nahmen in späterer Zeit auch andere Kulturelemente auf. Im 9. Jahrhundert entstand im Kuban-Gebiet und im Nordkaukasus der Staat Alanien, der nach einigen Jahrzehnten von byzantinischen Missionaren christianisiert wurde. Mit dem Einfall der Mongolen im 13. Jahrhundert wurde dieses alanische Königreich zerschlagen, und einige tausend Alanen wurden nach Ungarn vertrieben. – mehr: siehe unter Alanen.

    Die Roxolanen waren ursprünglich westlich des Dons in den Steppen der heutigen Ukraine beheimatet. Ab dem 1. Jahrhundert n. Chr. siedelten sie nördlich der Donau und überfielen wiederholt die römische Provinz Moesia.

    Die Siraken waren zahlenmäßig einer der kleineren Stämme und ursprünglich in Kasachstan ansässig. Im 5. Jahrhundert v. Chr. wanderten sie in die Gebiete nördlich des Schwarzen Meeres ein und siedelten sich im späten 4. Jahrhundert v. Chr. zwischen Don und Kaukasus an, wo sie schliesslich die Herrschaft über das Kuban-Gebiet erlangten. Die Siraken hatten lebhafte Beziehungen mit dem Bosporanischen Reich, und viele von ihnen gaben ihren halbnomadischen Lebensstil auf, wurden sesshaft und übernahmen die griechische Kultur und Sprache.

    Die Majoen waren im Gegensatz zu den nomadisierenden Sarmaten-Stämmen sesshafte Ackerbauern, unter anderem auf der russischen Halbinsel Taman und im Gebiet des Kaukasus, ebenfalls stark von der griechischen Kultur beeinflusst.

    Neben den aufgeführten Volksgruppen gab es noch die Massageten und Saken. Osseten im Nordkaukasus sind sprachlich, ethnisch und kulturell die direkten Nachfahren des sarmatischen Stammes der Alanen. – mehr: siehe unter Osseten.

    Artus Legende – Der US-amerikanische Forscher Scott Littleton hat in verschiedenen Veröffentlichungen aufgezeigt, dass es historische Zusammenhänge zwischen den Artus- Erzählungen und der Anwesenheit von sarmatischen Reitern in Britannien gibt. Er nimmt an, dass die Geschichten um die Ritter der Tafelrunde auch auf die schwer gepanzerten sarmatischen Lanzenreiter zurückgehen. Weiters weist er auf zahlreiche Parallelen zwischen Elementen der Artus-Legende und den älteren sarmatischen Narten-Mythen hin. Ende des 2. Jahrhunderts waren Reiter des sarmatischen Teilstamms der Alanen als römische Hilfstruppen in Gallien (Kelten) anwesend, wo sich später die Legenden um den Tafelrunden-Ritter Lancelot entwickelten.

    September 2010 – Albi - Revidiert von Hermelinde Steiner – Januar 2011
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