Face Music - History: Horsemen – Nomads
      • Geschichte der Reiternomaden




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P & C December 1998
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- last update 03-2016


  • Chasaren – Khazars
    - 7. Jahrhundert n. Chr. bis 10. Jahrhundert n. Chr.
- Landkarten:
Die Chasaren waren ein nomadisches und später halbnomadisches Turkvolk, das usprünglich in Zentralasien siedelte. (Chasar wird mit „Wanderer – Umherziehen“ übersetzt).

Mit dem Zusammenbruch des Reichs der Göktürken aufgrund innerer Konflikte im 7. Jahrhundert n. Chr. spaltete sich die westliche Hälfte des Reichs in zwei Konföderationen, einerseits in die Bulgaren und andererseits in die Chasaren unter der Führung der Aschina-Sippe, die traditionellen Herrscher der Göktürken. Um 670 n. Chr. hatten die Chasaren die Bulgarenkonföderation zerschlagen, wobei drei Restgebiete an der Wolga, dem Schwarzen Meer und der Donau verblieben. Die Chasaren gründeten ein unabhängiges Khaganat im nördlichen Kaukasus an der Küste des Kaspischen Meeres. Sie wurden wichtige Bundesgenossen des Byzantinischen Reichs gegen das Sassanidenreich (Perser). Ihr Herrscher Siebel (manchmal „Tong Yabghu Khagan der Westtürken“ genannt) half den Byzantinern bei der Eroberung Georgiens. Am Höhepunkt ihrer Machtentfaltung waren sie eine bedeutende Regionalmacht. Sie führten eine Reihe erfolgreicher Kriege gegen die arabischen Kalifate der Umayyaden, welche danach trachteten, ihren Einfluss auf Transoxanien (Amudarja Region) und den Kaukasus auszudehnen. Während des 7. und 8. Jahrhunderts n. Chr. brachen Konflikte aus, wie arabischer Angriffe oder chasarische Kriegszüge nach Kurdistan und in den Iran, wodurch die Chasaren möglicherweise eine arabische Invasion in Osteuropa verhinderten.

Im 8. oder frühen 9. Jahrhundert n. Chr. konvertierten die Chasaren zur jüdischen Religion. Ob nur eine schmale Oberschicht oder auch die übrige Bevölkerung die neue Religion annahm und praktizierte, ist umstritten. Im 9. Jahrhundert n. Chr., am Höhepunkt ihrer Macht, kontrollierten sie weite Teile der heutigen Pontischen Steppe zwischen Wolga und Dnipro, den nördlichen Kaukasus (Tscherkessien, Dagestan, Tschetschenien) und dem südlichen Kaukasus (Aserbaidschan inkl. Georgien und Armenien), den Westen des späteren Kasachstan (Region Aralsee), die Ostukrainische Steppe sowie die Halbinsel Krim. Die Krim-Goten wurden im 8. Jahrhundert n. Chr. unterworfen. Die nördliche Grenze befand sich nordöstlich des späteren Moskau am Oberlauf der Wolga. Über Jahrhunderte kontrollierten die Chasaren den Handel mit Gewürzen, Textilien und Sklaven auf Teilen der Seidenstrasse und auf den Handelswegen zwischen Konstantinopel und dem Baltikum. Weitreichende Handelsbeziehungen unterhielten sie zudem nach Westen bis ins Kalifat von Córdoba. Sie entwickelten ein eigenes Münzsystem. Die islamische Welt konnte sich mit Nordeuropa nur durch chasarische Vermittlung austauschen. Die Radhaniten (Hebräer), eine jüdische Händlergilde, kontrollierte solche Handelsstrassen. Die Chasaren lebten von den Zöllen, die auf die Waren erhoben wurden, und den Tributen ihrer untergebenen Stämme, eine Staatsteuer für die Zentralregierung mussten die Chasaren nicht entrichten.

- Landkarte Seidenstrasse - topographische Karte

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Landkarte Seidenstrassei - Routen

Ursprünglich waren die Chasaren wahrscheinlich mit den nordischen Stammesverbänden verbündet, die die Region um Nowogorod kontrollierten und regelmässig Kriegszüge durch chasarisch gehaltenes Gebiet am Schwarzen und am Kaspischen Meer unternahmen. Um 913 n. Chr. jedoch kam es zu offenen Feindseligkeiten mit den skandinavischen Marodeuren. In den letzten Jahren des neunten Jahrhunderts n. Chr. schlossen sich Chasaren und Oghusen zu einem Bündnis gegen die Petschenegen zusammen, die zuvor beide Völker angegriffen hatten. Die Petschenegen wurden von den Kiptschaken nach Westen vertrieben, wo sie wiederum die Magyaren verdrängten, die zuvor als Vasallen des Chasarenreichs das Don-Dnjepr-Becken bewohnt hatten. Die Allianz mit Byzanz begann ebenfalls zu zerbrechen und man lieferte sich auf der Krim Auseinandersetzungen. Gleichzeitig suchten die Byzantiner mit wechselndem Erfolg Bündnisse mit den Petschenegen und den Rus. Im 10. Jahrhundert begann durch die Angriffe der Waräger aus der Kiewer Rus wie auch verschiedener türkischer Stämme der Niedergang des Reiches. Die Chasaren verschwanden somit weitgehend aus der Geschichte.

- Landkare: Waräger - Kiev Rus

Einige Historiker halten es für möglich, dass ein grosser Teil der Chasaren im osteuropäischen Judentum aufgegangen ist. Dem widersprechen genetische Untersuchungen, da die Bevölkerung überwiegend nahöstlicher Herkunft ist, so dass die Chasaren keinen Anteil an der Vorfahrenschaft der Aschkenasim haben können.

Ursprünglich praktizierten die Chasaren einen traditionellen tengristischen Schamanismus, in dessen Mittelpunkt der Himmelsgott Tengri stand, der aber auch von konfuzianischen Ideen aus China beeinflusst war. Sie verehrten eine Reihe von Tengri untergeordneten Gottheiten, so die Fruchbarkeitsgöttin Umay, den Donnergott Kuara und Erlik, den Gott des Todes. Sie betrachteten ihren jeweiligen Führer als Repräsentant oder eine Wiedergeburt eines solchen Himmel-Gottes. Im allgemeinen aber waren sie sehr tolerant, so dass auch andere Glaubensrichtungen innerhalb der Gemeinschaft praktiziert werden konnten. Christen, Zoroastrismus, Islam und auch andere heidnische Kulte waren präsent. Die chasarische Königswürde verteilte sich auf den Khagan oder Bek, der lediglich religiös-spirituelles Oberhaupt war. Er hatte ein repräsentatives Amt mit begrenzten Vollmachten inne. Ihre Sprache scheint jedoch eine oghurische Sprache, ähnlich jener der frühen Bulgaren, gewesen zu sein. Die Tschuwaschen (leben im zentralen Wolgaraum) sprechen heute noch einen solchen Dialekt (vormals Khanat von Kazan).
Februar - Juli 2009 – Albi - Revidiert von Hermelinde Steiner - Oktober 2009
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