Face Music - History: Horsemen – Nomads
      • Geschichte der Reiternomaden




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P & C December 1998
- Face Music / Albi

- last update 03-2016


  • Awaren – Avaren – Ogoren
    - 6. Jahrhundert n. Chr. bis 8. Jahrhundert n. Chr.
- Landkarten:
Die Awaren waren ein aus dem zentralasiatischen Raum einwanderndes Reitervolk, dessen ethnische und sprachliche Herkunft nicht ausreichend erforscht ist. Sie beherrschten im Frühmittelalter über 200 Jahre lang Mitteleuropa von ihren Siedlungsgebieten in der Pannonischen Tiefebene (Karpatenbecken) aus und waren in dieser Zeit der wichtigste Machtfaktor zwischen Franken und dem Byzantinischen Reich.

Chinesischen Chroniken zur Folge sollen die War (Var – Uar Awaren – Juan Juan) ursprünglich ein aus dem Tarimbecken nach Afghanistan ausgewanderter Zweig der indoeuropäischen Yüe-tschi gewesen sein. Nach einer Niederlage gegen die Nördliche Wei Dynastie tauchten sie 463 n. Chr. erstmals als neu zugewanderte Nomaden am Schwarzen Meer auf. Der awarische Kern bestand demnach aus zwei herrschaftsfähigen Geschlechtern, die ihre Stammesnamen von den beiden mythischen Königen gleichen Namens ableiteten. Die Awaren waren möglicherweise in der Folgezeit auch ein führender Zweig unter den Hephthaliten (Weisse Hunnen) und hatten vermutlich ihr Siedlungsgebiet demnach auch in der Nähe des Aralsees.

Nach 555 n. Chr. zogen die Awaren unter dem Druck der Göktürken nach Westen und wurden 558 n.Chr. Mitglied der Föderaten des Byzantinischen Reichs. Um 560 n. Chr. besiegten sie die Protobulgaren (Wolgabulgaren – Schwarze Bulgaren) am Schwarzen Meer, zogen aber wegen der sie weiterhin verfolgenden Göktürken weiter. Gemeinsam mit den Langobarden (Germanenstamm) zerstörten sie 567 n. Chr. das Reich der Gepiden (Germanen, die ursprünglich in Rumänien siedelten), das sich im Raum des späteren Siebenbürgen befand.
  • Göktürken (Turkestan): Das Reich der Göktürken bestand von 552 bis 742 n .Chr. als Verbindung nomadischer Stämme mit einer ca. 50-jährigen Unterbrechung zwischen dem ersten und dem zweiten Göktürken-Reich, in der die von Chinesen als t‘u-chüeh bezeichneten Reichsgründer vom China der Tang Dynastie abhängig waren. Das Reich der Göktürken erstreckte sich zeitweise vom Kaspischen Meer bis zur Mandschurei und war der erste Staat in der Geschichte der zentralasiatischen Nomadenstaaten, dessen Amtssprache “Alttürkisch“ war, was aufgrund gefundener Grabstelen zu Ehren seiner Herrscher, den Orchon-Runen, zweifelsfrei identifiziert werden konnte. (siehe mehr unter: Göktürken – Köktürken)

    Landkarten::
  • Protobulgaren: Als Ur-Bulgaren oder auch Hunno-Bulgaren bezeichnet man dieses mittelalterliche Turkvolk. Teile dieses Reitervolks wurden slawisiert und zählen zu den Vorfahren der heutigen slawischen Bulgaren. (siehe mehr unter: Protobulgaren – Wolgabulgaren)

Mitte des 6. Jahrhunderts hatten sie die Herrschaft über Pannonien (Römische Provinz) und liessen sich im Karpatenbecken nieder. Schon früh fand unter ihrer Herrschaft eine Besiedlung mit tributpflichtigen Slawen statt, wie u.a. Grabfunde aus Hennersdorf bei Wien zeigen. Sie vermischten sich aber auch mit den in der Ungarischen Tiefebene verbliebenen Resten der Schwarzen Hunnen, die in ihnen in Sprache, Kultur und Lebensweise wohl am ähnlichsten waren.

  • Pannonien: war von 9 bis 433 n. Chr. eine Provinz des Römischen Reiches und wurde bis Mitte des 1. Jahrhunderts Illyricum inferius genannt. Die Provinz umfasste die westliche Hälfte des heutigen Ungarn, das Burgenland, Teile der Oststeiermark, Teile des Wiener Beckens, Syrmien in Serbien sowie das zwischen Drau und Save gelegene Gebiet des heutigen Slowenien und Kroatien. 103 n. Chr. wurde die Provinz zweigeteilt, um 300 n. Chr. viergeteilt und 433 n. Chr. an Attila abgetreten zu werden..

Ende des 6. Jahrhunderts reichte ihr Einflussgebiet von der Ostsee bis zur Wolga. Unter ihrem Khagan Baian (Grosskönig) stellten sie eine Grossmacht dar, die es sich leisten konnte, vom Byzantinischen Reich und von den Franken Tribut zu fordern. Dennoch wurden sie in den 90er Jahren des 6. Jahrhunderts n. Chr. vom byzantinischen Kaiser Maurikios in die Defensive bis kurz vor den Zusammenbruch gedrängt. Nachdem Maurikios im Jahr 602 n. Chr. gestürzt worden und das byzantinische Reich in Chaos und Anarchie versunken war, erzielten die Awaren Erfolge gegen die Langobarden in Friaul 610 n. Chr. und gegen die Franken 611 n. Chr. Anschliessend überrollten die Awaren die Balkanhalbinsel - ungeachtet der Tatsache, das der inzwischen gestürzte Kaiser Phokas (des Oströmischen Reiches) mit ihnen 604 n. Chr. einen Tributfrieden geschlossen hatte. Zusammen mit den von ihnen unterworfenen Slawen belagerten die Awaren mehrmals Thessaloniki, zuletzt 626 n. Chr. mit Hilfe der persischen Sassaniden sogar die oströmische Hauptstadt Konstantinopel, was aber misslang. Ihren im Kampf gegen Maurikios verlorenen Ruf der Unbesiegbarkeit konnten sie nicht mehr wiederherstellen. Im Laufe der folgenden Jahrzehnte entzogen sich immer mehr slawische Fürsten den direkten awarischen Einflüssen und dehnten ihren Machtbereich auf der Balkanhalbinsel aus. Auch erhoben sich andererorts slawische Stämme unter dem fränkischen Kaufmann Samo (Böhmen / Mähren) und schüttelten die awarische Oberhoheit ab. Damit war der Höhepunkt der Macht der Awaren überschritten und die Feindschaft zu Byzanz in Ermangelung einer gemeinsamen Grenze beendet.

- Landkarte: Waräger - Kiev Rus

Bis zum Ende des 8. Jahrhunderts n. Chr. beherrschten sie noch ganz Pannonien sowie Karantanien (Fürstentum Kärnten), die Steiermark, Niederösterreich, Slowenien und Kroatien, sahen sich aber zunehmenden Angriffen von Bulgaren, Kroaten und anderen Slawenstämmen ausgesetzt. In den Feldzügen zwischen 791 und 803 n. Chr. schlug der fränkische König (ab 800 n. Chr. Kaiser) Karl der Grosse gemeinsam mit dem bulgarischen Khan Krum die Awaren vernichtend. Die Awaren, inzwischen längst sesshaft geworden, verloren nun den Kontakt zu den übrigen Steppenvölkern, und ihr politischer Einfluss trat in den Hintergrund. Das Volk der Awaren, wie jenes der Hunnen, ging zum Teil in einigen südslawischen Völkern auf.

• Ob das gleichnamige Kaukasusvolk der Awaren in Dagestan Nachfahren eines Teils der historischen Awaren sind, ist umstritten. Man geht davon aus, dass Teile der awarischen Bevölkerung bei Invasionen nach Europa im Kaukasus blieben. Dort haben sie sich in ihrer Kultur und Sprache an das Kaukasische angepasst.

Februar - Juli 2009 – Albi - Revidiert von Hermelinde Steiner - Oktober 2009
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