Face Music - Traditional Dance - Uganda
  • Traditionelle Tänze der ugandischen Bevölkerung - Text in Deutsch




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P & C December 1998
- Face Music / Albi

- last update 02-2012


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Die afrikanische Musik ist beinahe immer eng mit einer anderen Kunstform, so etwa der Poesie, gewissen Riten oder dem Tanz, verbunden und stellt somit eine der aufschlussreichsten Ausdrucksweisen für das afrikanische Leben und die afrikanische Seele dar. Sie haben Sinn für Rhythmus. Einige Stämme verbinden Tanz und Musik, und bei ihnen werden die Geschichten und sozialen Elemente in einer Form des heutigen Theaters vorgetragen. Tänze waren auch meistens mit Religion, mit dem Ahnen- und Geisterkult verbunden.
Wir müssen verstehen, dass es zwischen sozialem und kulturellem Hintergrund innerhalb unterschiedlicher ugandischer Kommunen eine Art Austausch gibt. Jede Gemeinschaft, jeder Stamm, besitzt seine eigenen religiösen Vorstellungen. Alle Rituale sind organisiert, wobei von den Gemeinschaften Tänze aufgeführt werden, um die Götter zu ehren oder zu beschwichtigen, um einen erfolgreichen Tag abzuschliessen, einer erledigten Arbeit in Gemeinschaft zu danken, vor der Aussaat um gute Ernte zu bitten und nach deren Ernte zu danken. Tänze werden aufgeführt vor einer Jagd, zur Winter- und Sommerwende, oder einfach beim Mondwechsel. Oder wenn man Regen brauchte. Auch wurden die Götter um Fruchtbarkeit gebeten, oder man hat Dämonen damit zu beschwichtigen und deren Einfluss zu mindern versucht. Jeder einzelne war eingeladen, daran teilzunehmen, um der Situation zu huldigen und den Göttern zu danken.
Diese Tänze sind ein Teil des täglichen Lebens, es handelt sich dabei um alte Traditionen, die von einer Generation zur nächsten überliefert werden, wobei ein tiefer kultureller Hintergrund in einer Zeremonie oder einem Ritual zum Dank an die Götter gegeben wird, oder die Tänze stellen einen lokalen sozialen Austausch dar, so etwa eine Hochzeitsfeier oder eine Begräbniszeremonie einer bedeutenden Person; Werbungstänze, um die Paarungen vorzubereiten (Courtship dance), auch gab es Ritualtänze des Mannwerdens. Es handelte sich um eine gemeinsam erlebte Situation, oder es konnte einfach eine Zusammenkunft in einer Feier mit Tanz enden, oder man hat ein Fest für Gäste etc. arrangiert. Tanz ist auch Ausdruck von Lebensfreude.

Volk der Baganda

- Baakisiimba, Nankasa, Muwogola ist ein traditioneller Volkstanz, der im Palast des Königs von Buganda entstand. In der Nähe zum Viktoriasee, wo sich das Heim von Nalubaale befindet, der Frau von Lubaale, einem der Götter des Volkes der Baganda.

Ein früherer König der Baganda (Kabaka) genoss das örtliche Bier, tonto omwenge, im Übermass. Tonto wird aus Bananenpflanzen gemacht, und der Name stammt vom Luganda-Wort tontomera, das "Wirf mich nicht um" bedeutet. Zu einer Begebenheit trank dieser König zu viel von diesem Bier und wurde sehr glücklich. (In Buganda darf man nicht sagen, dass der König betrunken ist; man kann nur sagen, dass der König sehr glücklich ist.) Daraufhin begann der König, die Leute, die das Bier produziert hatten, zu loben, wobei er sagte abaakisiimba, was so viel bedeutet wie "jene, die die Bananen gepflanzt haben", und bebaakiwoomya, "sie haben es hervorragend gemacht".
Bei diesem Fest kreierten die Musiker einen Abaakisiimba-Rhythmus, der die Worte des Köngs imitierte, der so glücklich und entspannt war, dass er sich zu bewegen und zu tanzen begann. Während die Musiker die Worte des Königs auf ihren Trommeln nachahmten, imitierten die Frauen die Bewegungen des Königs, was sich schliesslich zu einem Tanz entwickelte, der von allen Generationen in ganz Buganda getanzt wird. In diesem Tanz gibt es drei wichtige Bewegungen: die erste heisst Baakisiimba, die zweite Nankasa und die dritte Muwogola.

- Amaggunju ist ein Volkstanz der Baganda, der sich ebenfalls im Palast des Königs entwickelte. Es geschah, dass König Mulondo starb, ohne einen Erben zu hinterlassen. Glücklicherweise hinterliess er viele Frauen, die schwanger waren, und so suchten die Medizinmänner ganz dringend nach einer Ehefrau, die einen Sohn erwartete. (Es war verboten, dass das Königreich von einer Frau regiert wurde). Eine der Frauen, Namulondo, erwartete einen Sohn, und so sass sie auf dem Thron, und die Menschen verstanden, dass nicht sie regierte, sondern ihr ungeborener Sohn. Als dieser Prinz geboren war, regierte er, während er auf dem Thron lag. Da es den Königen in Buganda aber nicht erlaubt ist zu weinen, da sie dadurch Flüche und Unglück auf das Königreich ziehen würden, erfanden die Onkeln und Tanten des jungen Prinzen den Amaggunju-Tanz, um das Baby bei Laune zu halten. Die Männer trugen auf ihren Beinen "Knöchelschellen"; und das Geräusch, das diese Glocken machten, während die Männer tanzten, machte den Prinzen glücklich. Ursprünglich durfte dieser Tanz nur von Vertretern des Obutiko- oder Mushroom-Clans getanzt werden, und zwar nur im Palast.

Volk der Basoga

- Tamenaibuga, Irongo, Nalufuka ist ein Tanz aus der Region Busoga in Ostuganda. Vor langer Zeit lebten einmal zwei Männer, die so gute Freunde waren, dass sie alles im Leben miteinander teilten. Eines Tages gingen sie aus, um Bier zu trinken, das in einer Kürbisflasche kredenzt wurde. Als sie schon sehr viel getrunken hatten, begannen sie zu streiten, was sich schliesslich zu einem Kampf entwickelte. Die Kürbisflasche, aus der sie tranken, ging während dieses Handgemenges zu Bruch, wodurch alles noch schlimmer wurde und die beiden Freunde zu Feinden wurden. Die Gemeinschaft der Männer erkannte, dass ein Streit zwischen diesen zwei Männern deren Freundschaft beenden und das Gemeinschaftsleben in Mitleidenschaft ziehen würde, so dass sie einen Tanz entwickelten, um die beiden wieder einer Versöhnung zuzuführen.

Volk der Bagisu

- Mwaga ist ein zeremonieller Initiationstanz des Volks der Bagisu. Sie glauben, dass ein Junge nur dann zum Mann werden kann, wenn er beschnitten wird; diese Zeremonie ist in diesem Tanz dargestellt.
Vor dieser Initiation muss der Junge 21 Tage lang tanzen, weil er nur dann die spirituellen Kräfte ohne Furcht beherrschen und dadurch ein Mann werden kann. Unterzieht sich ein Mann, selbst wenn er älter ist, dieser Zeremonie nicht, so wird er wohl niemals als Mann angesehen werden, und er wird niemals den Respekt der Gemeinschaft gewinnen. Es ist tatsächlich so, dass dieser Mann so lange verflucht sein wird, bis ihn die Geister dazu zwingen, diese Zeremonie zu durchlaufen.
Die Bamasaaba (Bagisu) sind für ihre traditionellen Zeremonien der männlichen Beschneidung berühmt, die jedes Jahr durchgeführt werden. Diese Zeremonie stellt eine wichtige kulturelle Verbindung zwischen der örtlichen Bevölkerung rund um den Mt. Elgon dar. Während der dreitägigen Zeremonie, in welcher getanzt, Freunde und Familie besucht, gefeiert und Geschenke ausgetauscht werden, wird, nachdem die Monate langen Vorbereitungen ein Ende gefunden haben, wobei etwa vom ältesten Onkel väterlicherseits dem Kandidaten Bambusstreifen übergeben werden, um die Verantwortlichkeit und Stärke zu symbolisieren, die erforderlich sind, um den Herausforderungen des Mann-Seins entgegen treten zu können, der Kandidat mit Häuten dekoriert, wobei er zwei schwarze und weisse Colobus-Affenschwänze durch die Luft schwingt, wenn er bei seinem Lauf durch die Dörfer begleitet wird. Durch eine Kombination von Geräuschen, wozu das Läuten von Glocken gehört, die an den Kandidaten befestigt sind, aber auch Fideln, Flöten und Gruppengesang, hinterlässt dieses Ereignis bei jedem Zuschauer einen unvergesslichen Eindruck. Auf verschiedenen traditionellen Trommeln mit unterschiedlicher Tonhöhe werden komplizierte Rhythmen gespielt, was oftmals die Zuschauer zum Tanzen bringt und stimuliert. Die Person, die einer Beschneidung unterzogen wird, wird bei seinem Lauf durch die Dörfer begleitet, und am Ende muss er auch stark sein, da der Mann während der Beschneidung keinen Laut (Schrei) von sich geben darf, da er ansonsten für seine Familie peinlich wäre. Für den Kandidaten ist es von enormer Wichtigkeit, während der Beschneidung still zu stehen, um zu zeigen, dass er dies tun kann und bereit ist, ein Mann zu sein. Die Neulinge werden nach dieser Zeremonie als Erwachsene aufgenommen, und man erwartet, dass sie nun ihren formalen Beitrag zum Wachstum der jeweiligen Gemeinschaften leisten. Anders als die Bagisu werden bei den Sebei auch die Frauen beschnitten.

Volk der Iteso

- Akembe ist ein weiterer Werbungstanz aus der Region Teso im Nordosten Ugandas. Dieser Tanz hat ähnliche Eigenschaften wie der zeremonielle Larakaraka-Tanz der Acholi, und er ähnelt auch dem Runyege-Tanz der Batooro. Die Musik dieses Tanzes wird aber in einer weicheren Art auf melodischen Instrumenten wie dem Daumenklavier (Akogo / Sansa) und der Flöte gespielt.

Volk der Acholi

- Bwola ist ein Hoftanz (im königlichen Palast) der Acholi, die im Norden Ugandas leben. Dabei handelt es sich um einen Kreistanz, der von den älteren Männern und Frauen aufgeführt wird, und der Kreis steht als Symbol für einen Zaun, der den Palasthof umgibt. Während dieses Tanzes finden viele Ereignisse und Unterhaltungen statt, wodurch er viele Stunden dauern kann.


links: - Larakaraka ist ein zeremonieller Tanz der Acholi, die an der Grenze zum Sudan leben. Es handelt sich dabei vorrangig um einen Werbungstanz, der während Hochzeiten aufgeführt wird. Wenn die jungen Leute in einem bestimmten Dorf bereit sind, verheiratet zu werden, organisieren sie eine grosse Zeremonie, an der alle potentiellen Partner teilnehmen. Als Zeichen der Freundschaft werden Essen und alkoholische Getränke serviert. Nur die besten Tänzer werden Partner finden, und aus diesem Grund ist der Tanz von grossen Wettkämpfen geprägt. Bei den Acholi ist es so, dass ein schlechter Tänzer wahrscheinlich unverheiratet stirbt.
rechts: - Der Ding-Ding-Tanz wird von den jungen Mädchen der Acholi getanzt, und ihre Bewegungen sollen Vögel imitieren. Die Mädchen tanzen, um die Aufmerksamkeit der Jungen auf sich zu ziehen, so dass der Tanz gewöhnlich bei Sonnenschein an hellen Tagen aufgeführt wird.

Volk der Lugbara

- Gaze ist ein traditioneller Tanz des Volks der Lugbara aus der Westnil-Region im Norden. Dieser Tanz spiegelt den Übergang der Tanzbewegungen in jene ihrer Nachbarn im Kongostil wider.

- Agwara ist ein Tanz der Lugbara und Kebu in der Westnilregion, die an den Kongo und den Sudan angrenzt. Der Tanz erhielt seinen Namen von den Agwara, den örtlich verwendeten Trompeten. Die Männer spielen auf diesen Hörnern, während die Frauen tanzen.

Volk der Alur


- Adungu Dance - Otwenge bedeutet wörtlich "Ellbogen". Es handelt sich dabei um ein Lied der Alur in der nordwestlichen Westnil-Region, und in diesem Lied wird die Adungu (Bogenharfe) verwendet. Der Bogenharfentanz wird von den talentierten jungen Mädchen und Buben der Gemeinschaft getanzt. Das Lied wird auf der Adungu gespielt und unterstreicht die Wichtigkeit des Ellbogens. Der Körper setzt die Motive und Bewegungen des Ellbogens ein.
Volk der Batooro


- Runyege, Entongoro ähnelt dem Larakaraka-Tanz der Acholi.

Dabei handelt es sich um einen zeremoniellen Tanz aus dem Königreich Bunyoro und Batooro. Es ist auch ein Werbungstanz, der von der Jugend aufgeführt wird, wenn es für sie Zeit wird, Ehepartner zu finden. Der Tanz wurde nach den Rasseln (Binyege / Ebinyege / Entongoro) benannt, die an den Beinen der Jungen befestigt waren, um Aufschläge zu erzeugen - wie rhythmische Geräusche. Der durch Rasseln erzeugte Ton ist insofern noch aufregender, als er gut synkopiert, wenn der Haupttakt ersetzt wird und alles mit den Rhythmen von Lied und Trommeln eins wird.
Vor langer Zeit kam es in den Königreichen einmal zu einem Problem, als mehr als 10 Männer dasselbe wunderschöne und hübsche Mädchen heiraten wollten. Und so wurde eine sehr grosse Zeremonie organisiert, zu welcher alle männlichen Kandidaten erscheinen mussten und wo sie zu tanzen hatten. Das Mädchen musste den besten männlichen Tänzer wählen. In dieser Kultur glaubt man, dass die besten Tänzer auch das beste Eheleben bieten können. Diese Zeremonie dient auch dazu, um den Stärksten unter den Männern herauszufinden, da afrikanische Familien ihre hübschen Mädchen nicht schwachen Männern anvertrauen wollen. Der Grund dafür liegt darin, dass das Mädchen während einer Dürreperiode einen Ehemann haben sollte, der sich wirklich darum bemüht, Wasser und Nahrung zu finden. Und so ist es in diesem Tanz so, dass der Mann, der als Erster ermüdet, auch als Erster verliert, und jener Mann, der bis zum Schluss tanzt, den Wettkampf gewinnt. Es gab aber ein Problem, als einige Mädchen mit bestimmten Männern verheiratet werden wollten, diese aber als Erste ermüdeten. Es war sehr traurig, aber die Mädchen hatten keine andere Wahl, da die Eltern den Ehepartner bestimmten. Der Tanz zeigt auch, wer der stärkste Mann ist, und Familien wollen ihre wunderschönen Töchter ja auch nicht schwachen Männern anvertrauen, die in Dürrezeiten nicht Nahrung und Wasser finden können. Und so verliert in diesem Tanz jener Mann, der als erster ermüdet, und der Mann, der bis zum Schluss tanzt, gewinnt. Es kann schon sein, dass ein Mädchen einen Mann heiraten möchte, der schon früh im Tanz ermüdet, aber es bleibt ihr dennoch nichts anderes übrig, als den Sieger zum Ehemann zu nehmen.

Volk der Banyancore

- Ekitaguriro, dieser Tanz kommt aus der Ankole-Region. Es handelt sich um einen alten Tanz für sowohl Männer als auch Frauen. Er wird gelegentlich aufgeführt, um die Liebe des Ankole-Volks für ihre Rinder zu demonstrieren. Diese Rinderart besitzt sehr lange Hörner, wodurch der Tanz ätherisch wird. Der Gesang in diesem Tanz ähnelt dem Klang der Kühe. In diesem Tanz kann man sogar das Geräusch der Milch hören, die aus dem Euter der Kuh fliesst. Die Flöte, die während des Tanzes gespielt wird, ist dieselbe, die zum Treiben der Kühe gespielt wird. Die stampfenden Bewegungen der Männer in diesem Tanz ähneln dem Gang einer Kuh, und die Händer der Frauen beschreiben lediglich die langen schönen Hörner der Kuh.
- Kimandwa Tanz
Dabei handelt es sich um einen religiösen Tanz des Bahiru-Volkes, um einen Verehrungstanz für den Gott Okubandwa. Kimandwa leitet sich vom Wort „emmandwa“ ab und bedeutet die Geister, von denen die Menschen während dieses Tanzes im Ritual besessen werden. Sie glauben, dass geistige Gesundheit (Opfergaben) und Glück (Freude und Liebe), die sie mit diesem Tanz darstellen, die Götter und die Gemeinschaft in eine gute Beziehung bringen.

Volk der Bakiga

- Ekizino ist ein Hoftanz des Volks der Bakiga aus der Kigezi-Region in Süduganda. Das Wetter in dieser Region ist so wie in vielen europäischen Bergländern, und die Region wird auch oft als die "afrikanische Schweiz" bezeichnet. Während der kälteren Jahreszeiten ist Ekizino der Aufwärmtanz. Kigezi ist eine sehr hügelige Region, und wenn die Männer sehr früh aus dem Haus gehen, um ihre landwirtschaftlichen Tätigkeiten aufzunehmen, müssen sie umherspringen, um sich aufzuwärmen, und nach der harten Arbeit müssen sie auch ihre Muskeln dehnen. Traditionellerweise stampften die Menschen auch die Erde, bis sie Anzeichen von Wasser fanden. Aus diesem Grund symbolisiert dieser Tanz ihr Springen und Stampfen.
- Owaro ist ein zeremonieller Tanz aus der Region Samya-Bugwe in Uganda. Samya ist eine der kleinsten Bevölkerungsgruppen des Landes.

Vielen Dank an Sarah Ndagire und Alfdaniels Mabingo von der Makerere University
in Kampala, Uganda, für ihre Hilfe mit den Texten.
Überarbeitet und übersetzt von Hermelinde Steiner