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– History – Traditionellen Kunst und des Kunsthandwerks in der Mongolei




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P & C December 1998
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- last update 03-2016


Text in German

 

Mongolische Kunst
Dieser Begriff umfasst "Alte Kunst aus der Mongolei", von der Jungsteizeit (Nach-Paläolitikum 40'000-1200), die Kunst der nomadischen Grossreiche (3. Jahrhundert v. Chr. bis 1. Jahrhundert n. Chr.), die Kunst des Mongolischen Reichs (1206-1368), Buddhistische Kunst aus der Mongolei, die Kunst des 19. Jahrhunderts sowie die Kunst des 20. Jahrhunderts.

Alte und traditionelle Kunst
Petroglyphen aus prähistorischer Zeit finden sich sorgfältig in die Felsen geritzt am Fusse der heiligen Gipfel im Altai-Gebirgszug in der westlichen Mongolei (Felszeichnungen). Es wurden Zeichnungen gefunden, die auf Gesteine wie auch auf Felsen in den Gebirgen geritzt oder gezeichnet sind. Die Motive umfassen Tiere, Jagdszenen, Wagenszenen, Szenen aus dem Bereich der Meditation und der Riten des Tengerismus (Schamanismus) eines alten Volkes. Diese Bilder zeigen eine alte Welt, die von Rehen, Bären, Jägern, Wölfen und Vieh geprägt war. Die Abbildungen sind oftmals durch oxidiertes Gestein hindurch geschnitten, wobei dabei die Farben der verschiedenen Gesteinsschichten verwendet wurden, um die Zeichnungen von ihrer Umgebung abzuheben. Petroglyphen im Bayan Olgii in der westlichen Monglei umfassen auch die Abbildung eines von Wölfen angegriffenen Rehs, Jagdszenen sowie Gruppen wilder Tiere. Andere Bilder veranschaulichen eher häuslichere Szenen, in welchen Yaks einen Wagen ziehen, wobei die Räder und Pferde wie Hieroglyphen seitlich abgeflacht sind; auch sind Hirten auf dem Pferderücken zweidimensional dargestellt.

- mehr Informationen unter: Petroglyps - Prehistoric Rock Paintings - in German

Kunst und Kunsthandwerk der nomadischen Grossreiche
Nomadenstämme sind seit mehr als 20 Jahrhunderten in der Mongolei zu finden; sie werden als "Barbaren" bezeichnet, wobei ihre Geschichte auf alle sesshaften Völker, die sich am Rande der Grasland-Reiche zwischen den Wäldern im Norden und dem fruchtbaren Becken im Süden, die seit der Bronzezeit (2.000 - 1.500 v. Chr.) von organisierten Gesellschaften bewohnt waren, niederliessen, einen grossen Einfluss ausübte. Diese Nomadenvölker, die Herden trieben oder Landwirtschaft, später auch ein sesshaftes Leben wählten, hinterliessen Kunstschätze aus Bronze, Silber und Gold.
Die Geschichte dieser Steppenstämme ist sehr komplex. Diese Stämme waren stets in Bewegung, manchmal legten sie dabei lange Distanzen zurück, und ihre Bündnisse waren stets nur von kurzer Dauer, weil diese Stämme nicht an ein bestimmtes Landstück gebunden waren. Die Steppenvölker können in drei Hauptsprachfamilien unterteilt werden: die Indo-Europäische, die Turk-Völker und die mongolische Sprachgruppe. Auch ist es durchaus zweckdienlich, die Entwicklung ihrer religiösen Identität im Schamanismus, Manismus (Ahnenkult), dem Nestorianismus (Glaubenslehre), dem Buddhismus und dem Islam zu suchen, um ihre Bewegungen zu verstehen.

- mehr Informationen unter: History of artwork of the Great Steppe Empires of Asia - in German

Traditionelle Malerei
Die traditionelle Malerei umfasst Gemälde in Öl, Wasserfarben oder Kalliographien, oder die Menschen verwendeten Ölfarben auf Leder. Die Arbeiten spiegelten eine klar nomadische Sicht der Dinge wider, wodurch sich eine typische Interpretation dieses erzählhaften und alltäglichen Lebens ergibt. Die mongolische Malerei entwickelte sich aus einfachen Felszeichnungen zur Buddhistischen Kunst. Das Hauptmotiv der Gemälde entwickelte sich später zu einer Form der Schönen Künste.

B. Sharav z.B. verband in seiner Kunst die alte mit der neuen Tradition, und veranschaulichte die mongolische Lebensweise anhand seines berühmten Werks "One Day in Mongolia".

Kalligraphie
In der Gegenwart stellt die Kalligraphie eine sehr wichtige Form der indogenen Kunst dar, ist aber in der Mongolei noch immer recht spärlich vertreten.

Khadag (mit Ornamenten)
Dabei handelt es sich um einen zeremoniellen Schal, der in der Mongolei oftmals blau ist; dieser wird verwendet, um heilige Objekte zusammenzubinden, oder um Menschen oder Gottheiten Geschenke darzubringen.

Traditionelle Wandbehänge - Wanddekorationen
Diese sind aus Filz, Stoffen oder Wolle im traditionellen Stil gefertigt.

Traditionelle Stickereien
Die mongolischen Nomaden dekorierten nicht nur ihre Unterkünfte, sondern sie gestalteten auch Bilder auf Seide und Textilien. Sie bestickten zahlreiche kleine Gegenstände wie Taschen für Schüsseln, Tabakbeutel etc. Es wurden auch Hüte, Kleidung und Schuhe für die Edelleute bestickt. Davon abgesehen wurden auch religiöse Bücher verziert und bestickt.

- mehr Informationen unter: Ornaments of the Turk-Mongolian tribe (cloths, ceramics, handbags, tools etc.) - in German

Traditionelle Skulpturen
In der Mongolei gab es vor dem balbal (Steinmann), der als khuuni chuluu bezeichnet wird, die bagan chuluu, aussergewöhnliche Hirschsteine aus der Eisen- und Bronzezeit. Die Steinsäulen scheinen nach Osten ausgerichtet positioniert zu sein und tragen exquisite Motive von Hirschen mit enormen Geweihen, die sich über ihre Rücken entlang erstrecken, sowie länglichen Schnauzen. Die wenigen Hirschsteine mit menschlichen Zügen gehören zu den frühesten Abbildungen von Menschen in Mittelasien.
Die Steinskulpturen sind so vielfältig wie die Völker, von denen sie bearbeitet wurden, und ihre Vielfalt zeigt, wie weit verbreitet diese Fertigkeit bis zum 8. Jahrhundert entwickelt worden war. Ursprünglich durch Ehrfurcht und Riten erhalten, werden die Statuen nunmehr permanent bewacht, bleiben aber vor Ort.

Undur Gegeen Zanabazar, prominente religiöse Figur (war erster weltlicher und gleichzeitig höchster religiöser Führer - Khan Bogd - der Mongolen) auch ein berühmter Bildhauer des 17. Jahrhunderts, schuf 21 Taren (Gemahlinnen Buddhas), wodurch die Schönheit der mongolischen Frauen versinnbildlicht wird. Zanabazar legte den Grundstein für die Abbildung und Lobpreisung der menschlichen Form in der mongolischen Bildhauerei. Metalle wie Messing und Kupfer wurden in der buddhistischen Kunst universell eingesetzt. Bildhauerische Abbildungen für Altäre in einem buddhistischen Heim oder Tempel beinhalten einen grossen Teil in der Form eines Metallgusses.
Skulpturen aus "Kupfergold" wurde in der Gobi-Region in der südlichen Mongolei, Oyu Tolgoi gefunden (das das vor Ort vorhandene Metall "Kupfergold" enthält).

Traditionelle Schnitzereien
Kunsthandwerk in Silber, Kupfer und Holz. Zeichnungen von Hirschen in Felsen stellen die historischen Monumente vergangenere Zeiten dar.

Kleinkunst
Die Mongolen sind sehr künstlerisch und neigen dazu, jeden kleinen Teil ihrer Umgebung, innerhalb ihres Gers und auf dem Geschirr ihrer Tiere zu verzieren. Dies zeigt sich nicht nur durch ihr hoch entwickeltes Kunsthandwerk sondern auch durch viele Sprichwörter, in welchen von Männern Wissen und von Frauen manuelle Geschicklichkeit erwartet werden.

Die Nationaltracht der Mongolen ist ein robenartiges Kleidungsstück, das als Del bezeichnet wird und das, ähnlich der Tracht der Tibeter, keine Taschen hat. Das Del wird mit einer meterlangen Seidenschärpe getragen, die eng um die Taille herum gewickelt wird. An der Schärpe sind wichtige Gegenstände, so etwa das Essgeschirr, der Pulverbeutel, die Schnupftabakdose sowie der Tabak- und Pfeifenbeutel, befestigt. Nomaden wie die Mongolen, Tibeter oder Mandschuren verwenden ein genial konzipiertes Essgeschirr, das ein scharfes Messer und ein Paar Stäbchen umfasst; manchmal sind auch ein Zahnstocher, Ohrenkratzer und eine Pinzette beinhaltet. Diese Gegenstände sind aus wertvollen Metallen gefertigt und mit Halbedelsteinen verziert.

Verzierungen auf diesen Accessoires zeigen oftmals eine Kombination aus tibetischen, mongolischen und chinesischen Motiven. Die zwei Hauptarten von Mustern der mongolischen Zierkunst sind hee (Ornamente), "das den Rhythmus erzeugt", und ugalz (Voluten, Schnecken), "das die Form hervorhebt". Es gibt fünf Arten mongolischer Motive:

- Geometrische umfassen alhan hee, oder Mäander; tumennasan, oder Endlosmuster; olzii utas, oder "Glücks"-knoten; khan buguivch, oder Khans Armkettchen; hatan suih, oder Prinzessinnenohrringe; zooson hee, oder Münze; und tuuzan hee (Umrandung,Verzierungen), oder Band.
- Zoomorphe bestehen aus horn- oder nasenähnlichen Schnecken; den vier freundlichen Tieren (Elefant, Affe, Hase und Taube); den vier starken Tieren (Löwe, Tiger, Drache und der mythische Vogel Garuda); den zwölf Tieren der asiatischen Sternzeichen (Ratte, Ochse, Tiger, Hase, Drachen, Schlange, Pferd, Widder, Affe, Hahn, Hund und Eber); und dem aus zwei Fischen bestehenden Kreis (Yinyang-Symbol).
- Botanische Motive werden durch Lotus (Reinheit), Pfingstrose (Wohlstand) und Pfirsichbaum (Langlebigkeit) verdeutlicht.
- Wasser, Flammen und Wolken sind Formen, die sich aus Naturphänomenen ergeben, während sich Symbole auf das Soyombo (die Acht) beziehen.
- Glückssymbole, die Sieben Juwelen des Monarchen und die Drei Juwelen.

Viele dieser Designs sind tibetischen oder chinesischen Ursprungs, sie haben sich aber mit den mongolischen Grundelementen zu einem reichen Repertoire an Verzierungen verbunden.

Viele dieser Ziermotive findet man auch auf bestickten Behältern für Schnupftaschen; und sie wurden auch in leberförmigen Brockatbeuteln mit einer gerafften Oberseite aufbewahrt. Unter den Mongolen war und ist noch immer Sitte, Schnupftaschen auszutauschen, wenn man sich trifft. Diese Schnupfflaschen sind aus Chalcedon hergestellt.

Die Vielfältigkeit an Verzierungen in der Mongolei besteht somit aus mongolischen Voluten und Schnecken, glücksbringenden Formen aus dem tibetischen Buddhismus sowie chinesischen Motiven, die Buchstaben, Drachen, Münzen, Pfirsichbäume und Fledermäuse darstellen.

- mehr Informationen unter: Traditional costumes of Mongolia and Ornaments of the Turk-Mongolian tribe (cloths, ceramics, handbags, tools etc.) - in German


Schöne Künste
Die Schönen Künste der Mongolei basieren auf einer reichen Geschichte und spiegeln Leben und Arbeit der Menschen wider. Die Schönen Künste stellen einen der Ursprünge jeder Kultur eines Landes dar. Es handelt sich dabei um ein ästhetisches Spiegelbild menschlicher Gefühle, Einbildungskraft, Kunsthandwerks und Kunst.

Traditionelles Kunsthandwerk
- Pfeil und Bogen
- nationales Holzspielzeug
- massive Unsterblichkeitsgefässe aus Silber
- Gemälde auf Juteleinen und Holz
- Figuren aus Ton, Kupfer, Bronze und Messing
- tsa-tsa or gau (tragbare Altäre) aus Holz, Ton, Kupfer, in Silber geschnitzt
- Matten oder Teppiche - Wanddekoration

Traditionelles Ger (Jurte - das runde Filzzelt)
Diese zeigen aussen handgemaltes mongolisches / tibetisches Design (Ornamente) und im Inneren traditionelle, handgemachte Holzmöbel mit gemalten Ornamenten (Stühle, Truhen und einen Tisch) wie auch Matten oder Teppiche (Wanddekoration) sowie einen buddhistischen Altar (Schrein) mit rituellen Details.

- mehr Infromationen untert: Yurte - Ger - Tshum - Summerhouse - in German


Dariganga-Handwerker sind in der gesamten Mongolei berühmt. Unter ihren Kreationen finden sich zahlreiche Silbertassen, Sattel, Stahl (zum Feuermachen mit einem Feuerstein), Messer und dekorative Seile.

© Albi - Face Music - Februar 2006 – Deutschübersetzung Hermelinde Steiner

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