Face Music - Traditional vocal technique and repertoire of the Khakas people




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P & C December 1998
- Face Music / Albi

- last update 03-2016


Text in German


Traditionelle Gesangstechnik:


- Khai

- Kharghyra
or Ulugh chon khai
- Küveler or Küülep
- Sygyr


Traditionelles Repertoire:

- Nymakh
Algemeine Bezeichnung fur Epos. In der Regel gemein wird das Heldenepos (Alyptygh nymakh).
- Nartpakh-tar; diese Bezeichnung nutzen bestimmte Chakassische Subgruppen, die süd-westlich siedeln.

- Alyptygh nymakh
Heroische Epen und Heldensagen, stellen ein Chakassisches nationales Kulturerbe dar, die rezitiert werden mit Khai (Kehlkopfstimme) und mit Begleitung von Melodien (kog-ler) auf der Chatkhan (Box Zither) oder mit der Khomys (Laute).

Am Anfang steht die Schöpfung, darauf wird die Herkunft und das Aufwachsen des Haupthelden oder der Hauptheldin geschildert und deren Abenteuer, mit magischen und spirituellen Kräften, wie auch Kämpfe mit der Unterwelt. Über sein gelegentlich sprechendes weises Pferd und der Hilfe von wohlgesinnten Geistern und Kreaturen der oberen Welt.

Beim rezidieren werden häufig Sprichwörter (sospek-ter), weise Sätze und Redewendungen (khyigha sos-ter) oder Puzzles (taptyrghas-tar) verwendet. Bei menschlichen, dramatischen Höhepunkten werden Beschreibungen mit improvisierten Texten (zakhpakh-tar) geschmückt - häufig als Dialoge zwischen zwei Personen – sowie mit Liedern (yr-lar oder saryn-nar) und Lamentos (syyt-tar).
Wenn man sich an höhere Wesen wendet werden rituelle Texte beigefügt, wie Anforderungen deren Hilfe oder Wünsche in Form von Poesie (alghys-tar, suranys-tar Gebeten ähnlich).
Ergänzungen:
Alyptygh nymakh are introduced with a tune (köö) on khomys or chatkhan.
Stores are recited by alternating, unaccompanied speech voice and khai singing accompanied by instruments.
Storytellers breaks up the narration with instrumental interludes and adds songs and laments for human dramas.
Alyptygh nymakh (“story with a hero”) is the longest and most prestigious type of storytellings. At its best it is performed with khai (throat singing) and a string instrument. This way of performing of epics is reserved for men and called attygh nymakh (“story with a horse”) in contrast to the chazagh nymakh (‘story on foot”), which is performed often by women, with ordinary voice and without instrumental support.
Altyptygh nymakh kann “attygh“ (“story with a horse”) oder “chazagh“ (‘story on foot”) aufgeführt werden.

- Attygh nymakh Gehört zur ältesten und bekanntesten Form Epos vorzutragen in dem ein Text mit Kehlkopfstimme (Khai) mit einem Instrument begleitet wird.
Oft mit der spirituellen Boxzither (Chatkhan). Sind heute seltener und wurden nur in langen Nächten und in der kalten Jahreszeiten vorgetragen.

- Chazagh nymakh Sind Rezitationen die ohne Instrumentalbegleitung und ohne Kehlkopfstimme vorgetragen werden. Sind ebenso seltener und werden nur in der Nacht und in kalten Jahreszeiten vorgetragen.

- Kip chookh Kann sehr vieles umfassen, sowohl reale als auch fiktive Geschichten.
Hierzu gehört auch ihre Geschichte (chookh-tar), traurige und tragische (mong-lar), wahre (syn chokh-tar) und fiktive (taima chookh-tar), und Anekdoten (khongaldjostar)
- Kip-chookh werden in Prosa aufgeführ,t und nie mit Khai Singing (Kehlkopfstimme) und Instrumenten.

The Khakas have two main types of song. Both takhpakh and saryn or yr often praise nature or are wellwishings for nature and their homeland. Vergleichbar mit Lobpraisungen (Lobliedern) der Altaiern (maktal) oder Mongolen (magtaal).

- Takhpakh Improvisationen, bestehen aus minimal vier gepaarten Textzeilen gesungen zu einer bestehenden Melodie. Vorgetragen werden Improvisationen zu einem Sängers aus dem lokalen Bereich mit Hinweis auf dessen Textinhalt. Folgend einer Struktur eines rezidierten Textes (Gedichtes} wird deren Inhalt erweitert durch neue Improvisationen. Diese sind strengen Regeln unterworfen.
Die Mongolen kennen auch in Strophenform, ohne eigentlichen Refrain, mit voller Stimme und in höchster Lage gesungene Lieder. Die Melodie ist von einem "Mantel" umgeben; man singt mehr als drei Oktaven, und unterliegen immer strengen Vortragsregeln. Es sind Vierzeiler und deren Anfang einer Zeilen werden jeweils durch einen gleichen Buchstaben des ersten Wortes bestimmt. Texte werden übernommen von anderen Sänger und neue Improvisationen hinzugefügt, damit entstehen lange Geschichten (Lieder). Die Leute singen diese langen Lieder vor allem, wenn sie in der offenen Steppe allein sind und langsam voranreiten. Das Repertoire ist Ausdruck für die Freiheit und die Weite der mongolischen Steppen und begleitet auch zyklische Riten des Jahres und Zeremonien des alltäglichen Lebens. Lange Lieder sind auch ein wesentlicher Bestandteil bei Festen in Rundzelten.
- Die Chakassischen Liedmelodien sind meistens eher beschränk: oft nicht mal eine Oktave.

- Saryn und Yr Are multi-verse songs with a more or less fixed (canonized) text and often a more elaborate melody than takhpakh. The northern Khakas tribes call it “yr”, the southern ones “saryn”.

- Ayan – Aydïm Spontan gesungen, ohne bedeutende Worte, etwa wie “tralala“ bei uns, verwandt mit den Altaischen oioiym (oyoyïm).

- Alghys Danksagungen, Segen (von Algha-: zu segnen), Gebet oder Loblied.

- Gebete sind (alghas-tar), während Ritualen (taiygh-lar), Danksagungen (alghystar). Alghystar können sehr unterschiedlicher Art sein; werden in Chakassien meistens gesprochen oder rezitiert, also sind keine Lieder.

Man rezidiert in und um das Haus täglich Segen und Gebete (alghïs).
In einigen Fällen werden solche auch gesungen, wie bei Hochzeiten "ein Lob dem Brautpaar". Zu bestimmten Jahreszeiten (Mittsommernacht, Mondwechsel, erste Melkung der Stuten) und an kraftvollen Plätzen in der Natur, wo Gruppen von Menschen sich versammeln. Zelebriert von einem Ältesten oder beruflichen Alghyschy*.
Während dem Antritt einer Reise oder in einer Unterbrechung (Pause) werden alghys ebenfalls zelebriert. Auch an Stellen, wo die Anwesenheit solcher „Geister“ – "Besitzer" zu spüren sind: Steinhaufen, heiligen Bäumen oder Quellen. Durch Versprühen von Alkohol, Zerstreuen von getrockneter Gersten, Zigaretten, Brot, Süssigkeiten und dergleichen, während man ein Gebet murmelt. Mit einem Gebet wird auch um Erlaubnis ein Land betreten zu dürfen nachgefragt.
Ferner werden Gebete zum Schutz für kleine Kinder, bei der Fütterung der Tiere, beschwichtigen des Geistes des Feuers an der Feuerstelle des Hauses und beim Verlassen oder Betreten eines Hauses in der Nacht.
Gebete werden selten laut ausgesprochen, oft nur gemurmelt. Man kann dies erkennen, dass durch Körperhaltung, Bewegung und Gesten jemand im Gebet steht. Wie gehen im Kreis (immer im Uhrzeigersinn), dauernde Verbeugungen, Gesten zum Himmel etc.
*Spezialisten der Rituale ausführt; meinstens eine ältere Frau oder ein Mann aus der Gemeinde oder dem Klan.

Lieder deren Texte vorgeschrieben sind, zur Beschwichtigung von Geister.
Geister (ee- ler), Besitzergeister (ee-zi) oder Hilfgeister (tös)“ sind unterschiedlicher Art und haben unterschiedliche Namen und Herrscherberieche.
- Berggeist: tagh ee-zi; Wassergeist: sugh ee-zi; Hilfgeister: tös-ter.
- Kanonischen Texte zur Beschwichtigung allerhand Geister könnten Alghys sein.
- Kanonischen Texte zur Beschwichtigung von Besitzergeister (ee- ler): sind auch Alghys-tar; rezidiert von Algyschi oder Schamanen, z.B. während grossen Gemeinschaftstreffen wie tagh taiygh (Bergritual) und tigir taiygh (Himmelritual).
- Kanonischen Texte zur Beschwichtigung von Hilfgeister (töster).
Hierzu wird Dichtung verwendet die auch alghys heissen. Bevor man aber die Hilfsgeister (tös-ter) beschwichtigen kann, müssen sie erst anfgerufen werden zu erscheinen durch spezielle Verse, dieser tös tartkhany (“Hilfgeisten-Anrufe“).


Barden – Kaichi (Khaigee – Khaidji)
- sind Sänger die gesammelte Mythen, Sagen, Legenden und Epen vortragen.

Sie gehören zu den wichtigen Bewahrer dieser Kultur. Erzählungen sind verknüpft mit deren religiösen Vorstellungen, Praktiken und heilig gehaltenen Plätzen. Auch über Herkunft der Stämme (sööks), deren Führer und Heldentaten. Über die Schöpfungsgeschichten, wie Ülgen, Geser (Schöpfer) oder Aru- tös (Vorfahren) von türkischsprachigen und mongolischen Stammesgemeinschaften. Kaichi, nennt man sie, auch „die Leute des Wissens“ – „neme biler kizhi“. Solche Epen werden über Generationen oral übertragen und würden rund 4‘000 Seiten in Büchern füllen. Wie z.B. "Altai-buchai", "Maadai-kara" und andere Erzählungen von Altaiern. Sind heute in Schriftform vorhanden. Wichtige Epen der Chakassier sind: Altyn-Arygh, Ai-Mergen, Khan-Mergen, Khuban-Arygh.

Epischen Geschichten befassen sich grundsätzlich mit der Stammesgeschichte und deren Mythologien. Es ist wichtig zu erwähnen, dass solche Epen selten nur einem besonderen Stamm (söök) zugeordnet werden kann. Die Stämme sind untereinander verwandt, nicht aber in einem ethnischen Sinne. Man wenden sich an deren "Kollektiven Gedächtnis", aller Stämme mit deren Vorfahren. Sprechen für alle türkischsprachige und mongolische Gemeinschaften und deren damaligen sich gleichenden Weltanschauungen.
In jeder grösseren Erzählung wird ein Held gepriesen (meist ein männlicher Vorfahre und Führer einer Gemeinschaft). Können aber auch weiblich sein wie in einer Legende "Ochi-bala" (Amazonen Kriegerinnen) oder Chakassiche Heldinnen: Altyn-Arygh und Khubai-Arygh. Die Geschichten erzählen von Helden)innen die unter sonderbaren Umständen geboren wurden. Sie unternehmen Reisen (sei es in Form einer Jagd). Bei der Rückkehr finden sie unterdrückte Gemeinschaften oder Zerstörung ihrer Heimat. Durch Invasion oder Attacken. Angreifer werden darin beschrieben, die eine Unterdrückung identifizieren mit dem Charakter einer Gestalt wie Erlik, dem Herrscher der Unterwelt. In den Helden-Geschichten (Epen) auch in Form von Märchen (Tales) sind zentrale Figuren die Helden mit übermenschlichen Kräften, die mit Gewalt, List und Weisheit begnadet sind und die Freiheit wieder herstellen.

Unterdrücker werden besiegt oder vertrieben und die Helden werden als Führer und Befreier gefeiert. eine Form deren Vergötterung ist aufgetreten. Stammesführer wie Amyr-sana, Schunu oder der Oirot-khan. Im Volk war auch die Geschichte und der Glauben an Ak Jang "weissen Glauben – white faith" (siehe mehr unter Burchanismus – ist aber bei den Chakassen nicht vorhanden). Ebenfalls wird die Legende vom Befreier, der zurückkehrt und das Volk erlöst beschrieben (Schamballa – der König kehrt aus dem Paradies zurück um das Volk zu befreien – kennen die Chakassen auch nicht). Ein gemeinsames Gebet gerichtet an "Geist-Ritter“ (Helden) zum Dank der Erlösung wird von Priestern zelebriert in Zusammenkünften. Namen treten dabei auf wie: Schunu, Altyn-tunter, Geser-khan, Khantolpytte, Bakshi-burkhan, Altyn-kerel, Altyn-topchy, Ak-anchilei und andere. Besonders wichtig unter den Helden sind die drei: Oirot-khan oder Galdan-Oirot, Schunu (auch Ashina gemeint) und Amyr-sana (alle drei Helden sind mit den Leiden der Dzungaren (Dschungaren) unter den Attaken der Mandschu aus der Qing Dynastie (17./18.Jh) verknüpft.

- Shunu
(Ashina – "Wolf")

Eine altaiische Version von Asena (Aschina). Höchstes Totem bei den alten Turken. Die Ur-Mutter aller Turken.
- Amyr-sana Die Figur ist aus dieser Dzungarien Konföderation (Oirot-Allianz) entstanden. Er war der Prinz und später der Häuptling des Stammes Koit, der eine Rebellion in Tarbagatai startete und gegen diese Mandschuchinesische Herrschaft antrat. Der Aufstand wurde brutal niedergeschlagen und Amyr-sana floh über den Altai nach Russland im Jahr 1756, wo er in Tobol'sk an Pocken starb. Während seiner Herrschaft erlebte das Dsungarenreich seine grösste Ausdehnung als Macht, wie nie zuvor oder danach. Zu dieser Zeit war der Altai mit den Altaiern "Teleuten und Schor" - ein Teil dieser Dzungarien Oiraten-Allianz. Standen später aber unter Vasallen der Quing Dynastie.

- Galdan-Oirot Ist auch eine historische Figur. Galdan-Tseren stammte aus dem Choros Stamm, der im Jahr 1677 zum Dzungarien Khan gewählt wurde. Ein mythologischer Befreier bei den westlichen Mongolen.

Quellen sind aus unveröffentlichten Manuskripten des Ethnograph und Musikwissenschaftlers A. Anokhin, der mehr als 20 Jahre im Altai verbrachte.
Eine Reihe epische Geschichten zeigen Ähnlichkeiten, in Identität zu Geschichten von Altaihelden, sowie von Dschingis Khan oder eine mongolisch-burjatische Version der Geser Geschichten (Epen).


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