Face Music - Catalog - Horovel
  • Horovel - Vol. I - Traditionelle Arbeitslieder aus Armenien




- Catalog (in stock)
- Back-Catalog
- Mail Order
- Online Order
- about Artists
- Sounds
- Workshops
- Instruments
- Projects
- History Face
- ten years 87-97
- Review Face

- Photos - Artists
- our friends
- Albis Face
- Albis - Photos
- Albis Work
- Links

- Home

- Contact

- Profil MySpace
- Profil YouTube
- Overton Network

P & C December 1998
- Face Music / Albi

- last update 03-2016


 - FM 50046 - P & C 2007
more information songs in German - see: Ensemble Karot

Horovel - Arbeitslied

Das Lied begleitet einen Menschen durch alle seine Lebensphasen: das Kind hört das Nanik seiner Mutter (die Worte, mit denen die Mutter ihr Kind in den Schlaf singt) bereits in der Krippe; der arbeitende Bauer singt im weiten offenen Land; es gibt das Lied des liebeskranken Jugendlichen; und man findet das Lied des Romanschreibers und Poeten.

Jedes Genre dieses Liedes, das der Bauer oder Dörfler singt, hat seine eigene Geschichte. Im Laufe der Zeit gibt es gewisse Änderungen und Fortschritte, da verschiedene Genre verschwinden, während andere neue Genre geboren werden. Die Lieder, die während des Arbeitsprozesses erschaffen werden, nennt man Arbeitslieder; sie werden gesungen, um das Arbeitsleben leichter zu machen. Arbeitslieder erschaffen das Bild des Bauern und der positiven Arbeit, die er schafft. Dieses Genres unterteilt sich in zwei verschiedene Typen: Lieder, die sich mit der Bearbeitung des Landes beschäftigen, und Arbeitslieder von Frauen. Die Unterschiede dabei ergeben sich aus der unterschiedlichen Natur der Arbeit: der Arbeit auf den Feldern, die von den Männern gemacht wird, und jener zu Hause, die von den Frauen erledigt wird.

Die Grundaufgabe jedes Bauern besteht darin, seinen Lebensunterhalt zu verdienen, oder wie man in Armenien zu sagen pflegt: "Brot für seine Familie zu beschaffen". Bis dieses Brot verdient oder hergestellt ist, müssen verschiedene Arten von Arbeit durchgeführt werden:

Ackerbau - Umgraben und Bearbeiten des Bodens.
Aussaat - Setzen von Samen nach der Bearbeitung des Bodens.
Jäten - Säubern des Feldes, Entfernen von unnotwendigen Pflanzen, Unkraut und unerwünschten Arten von Getreide und Korn etc.
Ernte - Ernten des gereiften Feldes und Bündeln.
Dreschen von Mehl (Spreu Trennen) - Trennen der Samen von den Halmen.
Stossen des Mörsers - Enthülsen des Getreides.
Mahlen - Mahlen von Getreide in Mehl. Und, siehe da, aus Mehl wird Teig gemacht, danach geknetet und gebacken.

Die gesamte Arbeit, die bei der Bearbeitung der Felder anfällt, findet ihren künstlerischen Ausdruck in der Form, die wir als Horovel kennen.

Horovel ist das Lied, mit dem sich die Bauern auf ihre Arbeit vorbereiten, während sie sich sammeln und die innere und äussere Kraft mobilisieren, die dazu nötig ist, die Arbeit zu Ende zu bringen. Man glaubt, dass das Wort Horovel seinen Ursprung in der Kombination des Ausrufs ho und des Wortes aravel hat. Aravel ist der Landabschnitt, der zwei Parzellen von Boden trennt, eine Fläche, die nicht bearbeitet wird. An diesen Ort ziehen sich nach Beendigung ihrer Arbeit der Ochse und der Pflüger zurück um zu rasten.

Der Arbeiter ist derjenige, von dem man erwartet, dass er den Ochsen zum Weiterarbeiten antreiben kann; dabei verwendet er den Ausruf ho, um den Ochsen bei der Bearbeitung des Landes anzufeuern. Oftmals verwendet er das Wort aravel in Vorfreude auf die Rast, die schon bald auf sie wartet.

Die freie Art der zu erledigenden Arbeit bestimmt den improvisationsreichen Charakter, die natürlichen Höhen sowie den frei gewählten Aufbau des Horovel. Die poetische Lyrik sowie ihr freier Aufbau sind ganz bestimmende Elemente, die zweifelsohne in den meisten Horovel zu finden sind:

1. Die Ausrufe ho, holel, hom etc. verleihen dem Lied eine tiefere Bedeutung. Auf diese Weise kommuniziert der Pflüger, wenn er diese Ausrufe einsetzt, mit dem Ochsen, wobei er dabei Töne verwendet, die dem Tier vertraut sind; dadurch entsteht zwischen den beiden eine enge und bedeutungsvolle Bindung.
2. Die Wiederholung dieser Ausrufe, die der Pflüger dem Tier zuruft, vertieft die gefühlsbetonte Reise des Liedes und setzt dieser auch noch Wärme zu. Die Rufe umfassen jan aghber (lieber Bruder), sirun (Hübscher), tsaghik (Blume), tsiran (Aprikose), gomesh jan (lieber Ochse) etc.
3. Der Text des Liedes stellt den Grundinhalt des Horovel sowie den genauen Arbeitsablauf dar: Hashanu darman ara (Trenne das Stroh vom Getreidesamen und der Hülse), yes gutan em, herkers kvarem (Ich bin der Pflug, ich werde die Felder pflügen).

Die Rufe und Ausrufe bereichern das Horovel und verleihen ihm einen tiefen und farbenprächtigen Charakter. Durch zwei Voraussetzungen gewinnt das Horovel an Bedeutung. Die erste ist die gebirgige Natur Armeniens. In den Hügeln und Bergen ruft der Pflüger dem Tier zu, seine Stimme gibt ein Echo, wenn er die Tiere antreibt, weiter zu arbeiten. Die Dorfbewohner arbeiten gemeinsam, wobei sie Rufe und Ausrufe einsetzen, während sie und die Lasttiere gleichzeitig ein Teil des Arbeitsablaufes und der armenischen Natur werden.

Eine weitere Erklärung für die Hilfe, die diese Ausrufe des Horovel leisten, liegt in ihrer engen Verbundenheit mit der alten Vergangenheit des Landes, mit dem ganz bezeichnenden Charme und der Faszination des vorchristlichen Armeniens. In der Vergangenheit setzten die Menschen diese Rufe ein, um das Ende der Winterzeit anzukündigen, so dass der Frühling eintreffen konnte, oder sie verwendeten diese Rufe, um böse Geister zu vertreiben.

Das Horovel bzw. alle Arbeitslieder entstehen während des Arbeitsprozesses und werden auch während dessen gesungen; darum aber bezeichnete Komitas sie manchmal als Arbeitslieder und manchmal als Naturlieder ?

Mithilfe des Horovel können wir uns ein Bild von der Arbeit der Dörfler machen, von der Zeit, wann sie arbeiteten und von ihren Arbeitsmethoden und Werkzeugen; auch zeigt es uns die warme Beziehung zwischen dem Dörfler und den Tieren, diesen Lasttieren.

Die musikalische Sprache des Horovel ist sowohl schwierig als auch einzigartig. Manchmal wird der Aufbau des Horovel so tief und komplex, dass es nahezu perfekt ist. Das Horovel besitzt einen einzigartigen Stellenwert in der farbenprächtigen Natur, der Vielzahl von Bildern, der Kombination von Elementen des vokalen und sprachlichen Ausdrucks (Rufe) und der freien, uneingeschränkten Art und Weise der Entwicklung.

Das Horovel ist sehr langlebig, es verändert sich beinahe überhaupt nicht und wird genau so gesungen, wie dies bereits in der Vergangenheit der Fall war. Diese Langlebigkeit wird auf die folgende Weise erklärt: es ist schwierig, das Horovel zu verbessern oder zu ändern, da es sich um ein feuriges, fliessendes, etabliertes Kunstwerk mit einem so komplexen Aufbau und von solch hohem künstlerischen Niveau handelt, weshalb der Musikologe Alexander Shaverdyan das Horovel als die "wahre klassische armenische Volkskunst" bezeichnete.


Arbeitslieder der Frauen

Frauenarbeitslieder finden ihren Ausdruck in den unterschiedlichen Arten von Arbeit, die die Frauen des Dorfes erfüllen müssen: Melken der Kühe, Schütteln des Butterfasses, Kämmen der Wolle, Spinnen von Wolle (Lieder des Spinnrades), Schlagen des Mörsers (wodurch die Getreidesamen enthülst werden), Jäten, Säen und Flicken, Waschen der Wäsche, Backen von Brot sowie das Verpflegen der Arbeiter auf dem Felde.

Diese Lieder enstehen ebenso wie die Horovel während des Arbeitsprozesses. "Jedes einzelne Lied ist mit einer Momentaufnahme des Dorflebens verbunden und gibt ein Bildnis nur dieses einzigen Augenblicks wider. Die Menschen schaffen kein Lied, das nicht mit einer bestimmten Zeit oder mit einem bestimmten Ort in Beziehung steht, und sie verstehen ein solches auch nicht." (Übersetzung: Komitas; Articles, 1941). Anders als beim Horovel fehlt den Arbeitsliedern der Frauen die Improvisation. Hier fühlt man vielmehr den Schwerpunkt, der auf Rhythmus, Mass und geordneter Bewegung ruht, wie auch die Arbeit der Frauen auf gleichmässigen Bewegungen, die von der Hand geführt werden, basiert, so etwa wenn sie den Mörser schlagen, jäten oder ähnliche Arbeiten verrichten. In den Frauenarbeitsliedern ist das Thema Liebe sehr vorrangig. Bei den armenischen Liedern ist es oftmals der Fall, dass die Texte der Liebeslieder und Tanzlieder das Thema der Frauenarbeit tragen:

Ich bringe Essen dorthin, wo gearbeitet wird.
Ich bringe einen offenen Korb mit Essen.
Sieh nur, wie sehr ich dich liebe.
Ich bringe dir gebratenen Fisch.

Die gleichmässigen Rhythmen, die Ausgewogenheit der Silben sowie die harmonischen Reime der Frauenarbeitslieder ergeben sich aus den charakteristisch gleichmässigen und geordneten Bewegungen, die sich in den Arbeiten der Frauen wiederfinden:

Irik’m unim deghin-meghin
Ov vor desni patri leghin
Khio khio, khane, khane

Ich habe einen Ehemann, der gelb ist
Wer auch immer ihn erblickt, dessen Gallenblase wird zerreissen
Khio khio, khane, khane (natürliche Töne, die sich ergeben, wenn man den Stampfmörser schlägt).

“Die Elemente des Tanzes ergeben sich aus den Bewegungen des Arbeitsprozesses”, schreibt Professor K. Kushnaryan. Auf der Grundlage dieser Bewegungen ähneln die Tanzlieder und die Arbeitslieder der Frauen einander, sind sozusagen mit einander verwandt.


Arbeitslieder

Alle Arbeitslieder beschreiben einen Teil des Arbeitsprozesses und werden zur Begleitung der Arbeit gesungen. Die Feldlieder werden als Horovel bezeichnet. Dabei handelt es sich um ein umfangreiches und vielseitiges Genre, mit welchem der Bauer seine Gedanken, Wünsche und auch seine Liebe zur Natur, die alle mit einem tiefen Respekt für seine Arbeit verbunden sind, zum Ausdruck bringt. Der Gesang hilft ihnen nicht nur während des Arbeitens selbst, sondern es hilft ihnen auch, alle Prüfungen und Schwierigkeiten, die das Leben mit sich bringt, zu ertragen und zu meistern.

Manchmal wird das Horovel auch “gutani yerg” oder Lied des Pfluges genannt. Das Horovel und das gutani yerg sind identisch. Gutani yerg ist die Bezeichnung, die von Musikwissenschaftern verwendet wird, während der Begriff Horovel als “jhoghovrtakan” oder “Ausdruck der Leute” bezeichnet wird.

1. Aparani Horovel - Horovel aus Aparan
Ein Horovel aus Aparan, einer Stadt und Region nördlich von Yerevan.
Aleksan Harutyunyan: voc
- Levon Tevanyan: blul

2. Sand Kdzedzim - Ich schlage den Dreschstein
Eines der Lieder über Frauen, die am Dreschstein arbeiten. Das Lied wurde von Hayrik Mouradian aus seiner Geburtsregion Shatakh in der Region Vaspurakan in Westarmenien nach Armenien gebracht.
Hasmik Harutyunyan: voc

3. Na Vav Iri - Wer kommt?
Ein “sandi yerg” ausgewählt von Hayrik Mouradian.
Aleksan Harutyunyan: voc

4. Hari-hari Khnotsi - Schüttle dich, rüttle dich, Butterfass
Eines einer Gruppe von Liedern über ein “khnots” (Butterfass); es wird in einem Tanzrhythmus dargeboten.
Hasmik Harutyunyan: voc

5. Vare, Vare, Lman - Pflüge, pflüge vollständig
Ein Horovel, in welchem der Pfüger seinen Pflug und die Natur Armeniens lobpreist.
Aleksan Harutyunyan: voc

6. Gutanu hatz em berum - Bring dem Pflüger Brot
Ein Lied, in welchem ein junges Mädchen den Arbeitern auf dem Feld Essen bringt. Hier preist die Sängerin ihre Liebe, die die Ochsen weiden lässt.
Hasmik Harutyunyan: voc
- Levon Tevanyan: blul

7. Mer Bambaku - Unsere Baumwolle
Ein von Komitas gesammeltes "chanaki" -Lied. Aus dem Dorf Goght in der Region Garni.
Aleksan Harutyunyan: voc, dap
- Levon Tevanyan: tav shvi

8. Talini Horovel - Horovel aus Talin
Aufgenommen von den Bewohnern des Dorfes Amad in der Region Alashgerd im Westen Armeniens.
Aleksan Harutyunyan: voc
- Levon Tevanyan: blul

9. Shatkhu Sarer - Berg von Shatakh
Ein “sandi yerg” (Schlagen des Dreschsteins). Aus der Region Shatakh in der Provinz Vaspurakan im Westen Armeniens. Im Allgemeinen hat das “sandi yerg” seine Wurzeln in Shatakh und Moks. Gesammelt von Hayrik Mouradian.
Hasmik Harutyunyan: voc

10. Kaghhani Yerg - Lied über das Jäten
Eines einer Gruppe von Liedern, die während des Jätens und Entfernens unnützer Pflanzen aus dem Getreidefeld gesungen werden. Aus den Ararat Ebenen.
Hasmik Harutyunyan: voc
- Aleksan Harutyunyan: dap
- Levon Tevanyan: shvil

11. Huntski Yerg - Erntelied
Ein Duett über das Ernten von Gerste. In diesem Lied vergleicht der Sänger seine Liebe mit einem Rebhuhn.
Hasmik Harutyunyan: voc
Aleksan Harutyunyan: voc, dap

12. Manir, Manir, Im Jakharak - Drehe dich, mein Spinnrad, drehe dich
Ein Lied über das Spinnrad. Musik von Makar Ekmalian. Text von Ghazaros Aghayan, einem Erzähler von Volksmärchen aus dem 20. Jahrhundert.
Hasmik Harutyunyan: voc

13. Hey, Kanach Sarer - Hey, grüne Berge
Aus dem Dorf Choratyali. Ein Horovel, das die Tugenden des Ochsens lobt. Der Bauer drückt darin seine Gefühle aus und singt von seiner Hoffnung auf eine gute Ernte.
Aleksan Harutyunyan: voc

14. De Tol Ara, Gomesh Jan - Dreh den Stein, lieber Ochse
Ein “kali yerg,” d.h. ein Lied über das Dreschen. Aus der Region Ghazakh (im heutigen Aserbaidschan, nahe der Grenze zu Armenien und Georgien).
Aleksan Harutyunyan: voc

15. Saren Kugas - Du kommst aus den Bergen
Von Komitas im Dorf Gnekan in der Region Moks (Vaspurakan) gesammelt. Ein “sandi yerg.”
Hasmik Harutyunyan: voc

16. Beri Yerg - Lied über das Melken der Tiere
Ber” bezieht sich auf den Ort, an welchen die Dorfbewohner Schafe, Kühe, Ziegen und andere Tiere zum Melken bringen. Aus der Region Van.
Hasmik Harutyunyan: voc
- Aleksan Harutyunyan: dap

17. Kali Yerger - Lied über das Dreschen
Von Komitas gesammeltes Dreschlied.
.Aleksan Harutyunyan: voc

18. Chanaki Yerg - Lied über das Gespräch
Dabei handelt es sich um ein “chanaki yerg,” ein Lied über ein Gespräch. Ein sehr bekanntes Lied aus den Ebenen Ararat. Gesammelt von Komitas.
Aleksan Harutyunyan: voc, dap
- Levon Tevanyan: shvil

19. Sandi Yerg - Lied über den Dreschstein
Es wird im selben Rhythmus gesungen, in dem man den Dreschstein schlägt. Die Sängerin beschwert sich über ihren Ehemann, sagt, dass er zu jung sei und ihre Schönheit nicht anerkenne. Aus Shatakh.
Hasmik Harutyunyan: voc

20. Hoy Narum …Göttin des Wassers .....
Aus der Region Van. Ein Lied über das Spinnrad.
Hasmik Harutyunyan: voc

21. Ho, Ho, Yeznu Jan - Ho, ho, lieber Ochse
Ein Horovel aus der Region Berg-Karabach. Gesammelt von Komitas, der es von Stepan Baghryan in der Region Meghri im südlichen Armenien (an der Grenze zu Berg-Karabach) hörte.
Aleksan Harutyunyan: voc
- Levon Tevanyan: tav shvi

22. Oo, Khane - Lied über den Dreschstein
Ein “sandi yerg” aus Van. Dieses Lied behandelt den gesamten Arbeitsvorgang, einschließlich dabei das Bestellen des Landes etc. Es wird wiederum im Rhythmus des Schlagens des Dreschsteins gesungen.
Hasmik Harutyunyan: voc
- Levon Tevanyan: blul

23. De Tsig Too Kashi - Zieh eng an, zieh
Horovel aus der Region Martuni in Berg-Karabach (der historische Name der Region lautet Varandi).
Aleksan Harutyunyan: voc

Text von Noune Atanasyan - Englische Übersetzung: Andranik Michaelian
Deutschübersetzung von Hermelinde Steiner

Instrumente:

- Shvi, tav shvi (Blasinstrument)

Levon
Tevanyan
Die Shvi ist eine armenische Schnabelflöte aus Rohr oder Holz, deren Mundstück einer Blockflöte ähnelt. Sie besitzt sieben Grifflöcher und ein Daumenloch, ihre mittlere Länge beträgt 32 cm. Am oberen Ende, nahe des Mundstücks, sitzt ein Metallring (gewöhnlich aus Zinn), um den Ton zu regulieren. Die Flöte kann in verschiedenen Grössen ausgeführt sein, und sie wird als Soloinstrument oder im Ensemble der Volksinstrumente gespielt. Die Hirten spielen sie manchmal anstelle der schwierigeren Pastoralflöte "Blul".
- Dap - Rahmentrommel (Schlaginstrument)
Die Dap ist eine armenische Einzelfellrahmentrommel, die der arabischen Duff gleicht.
Indem die Mitte oder der Rand der Membran geschlagen werden, können Töne mit verschiedener Höhe und Tonlage erzeugt werden.

Der Holzrahmentrommel hat manchmal einen Durchmesser von 35 bis 50 cm, wobei innerhalb des Rahmens Klingeln (Metallringe, Rasseln, Silbermünzen etc.) befestigt sind, die klingen, wenn die Trommel gespielt oder geschüttelt wird.

- mehr Information zum Thema Traditionelle Musik und Instrumente Armeniens

Die Geschichte Armeniens

Die Geschichte des Landes Armenien und seiner Bewohner, der Armenier, erstreckt sich über eine Zeitspanne, die mehr als dreitausend Jahre zurückreicht. Andere Nationen gaben diesem Land, das die Armenier als "Hayasdan" bezeichnen, den Namen Armenien. Auf der ältesten Landkarte der Welt bezeichnete der griechische Schreiber Hegatios Miletian (540-489 v.Chr.) dieses Land als Armenien. Das Staatsgebiet entsprach der armenischen Hochebene, wo im 9. Jahrhundert vor Christus das Land Urartu bestand, das verschiedene Perioden fortgeschrittener historischer Entwicklung und Veränderung durchlief. Zu Beginn bestand Armenien aus verschiedenen kleinen und grossen Königreichen, die alle die armenische Sprache (1) gemein hatten. Während der Zeit von Tigran dem Grossen (95-55 v.Chr.) fanden allen armenischen Völker zu einer Nation zusammen, die das Gebiet der gesamten armenischen Hochebene umspannte. Im Jahr 301 n. Chr. wurde das Christentum zur offiziellen Religion Armeniens erhoben. Von 387 n.Chr. nach dem Zusammenbruch Grossarmeniens (2) an bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts befand sich Armenien unter der Herrschaft verschiedener benachbarter und nicht-benachbarter Länder. Von Zeit zu Zeit erlangten die Armenier ihre Souveränität zurück, oder sie wurden lokal regiert, wie dies während der Zeit der Bagradunis von Ani und Cilizien der Fall war. Westarmenien stand unter der Herrschaft der Osmanen, und bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts machten Armenier dort die Mehrheit der Bevölkerung aus. Während der Zeit des Ersten Weltkriegs (1914-1918) und der Russischen Revolution im Jahre 1917 schlug die türkische Regierung ihren Vorteil daraus und organisierte die Deportation und Ermordung der armenischen Bevölkerung. Im Jahre 1918 wurde Ostarmenien ein Staat, der später unter sowjetische Herrschaft gestellt wurde. 1990 erklärte sich Armenien selbst zum unabhängigen und freien Staat.

(1) Das Armenische wurde von Invasoren, welche die Region an den Ufern des Van-Sees besetzten, die ja zuvor das Gebiet des antiken Königreichs Urartan.
(2) der Artaxiaden gewesen waren, in die Bergregion Transkaukasiens (das von den griechischen Geschichtsschreibern als Grossarmenien bezeichnet wurde) gebracht. Nach der Niederlage des Königs Antiochus dem Grossen durch Rom in der Schlacht von Magnesia (Winter 190-189 v.Chr.) machten sich seine zwei armenischen Statthalter Artashes (Artaxias) und Zareh (Zariadres) mit Zustimmung Roms zu den Königen Grossarmeniens bzw. Sophens, wodurch sie zu Gründern eines unabhängigen Armeniens wurden.
Nach dem Zusammenbruch Grossarmeniens wanderten viele Armenier nach Georgien, Polen und Galizien* aus, während andere nach Cilicien emigrierten, wo sich bereits zu Ende des 10. Jahrhunderts einige Kolonien angesiedelt hatten.
-* Historische Region Osteuropas, die vor ihrer Annexion durch Österreich im Jahre 1772 zu Polen gehörte. Im 20. Jahrhundert wurde es wieder Polen zugewiesen, wurde danach aber zwischen Polen und der Sowjetunion (heutige Ukraine) aufgeteilt. Während des Mittelalters war Ostgalizien, das zwischen Ungarn, Polen und den westlichen Fürstentümers von Kiew und Volhynia gelegen war, wegen seines fruchtbaren Bodens und seiner wichtigen Handelsbeziehungen von seinen Nachbarn heiß umfehdet.

- map sketch: The Oriental Empire

- map Greater Armenia

- map sketch: Armenia today


Die Religion in Armenien

In frühen Zeiten war Armenien ein heidnisches Land. Die Armenier verehrten Feuer und Wasser, Blitz und Regen als Brüder und Schwestern und verliehen diesen damit eine heilige Mission. Im ersten Jahrhundert n.Chr. wurde das Christentum durch die Lehren der Apostel Christi, Thaddäus und Bartholomäus, in Armenien eingeführt. Als Reaktion auf die Bemühungen von Gregor des Erleuchters erhob Armenien das Christentum 301 n. Chr. zur Staatsreligion. In der Hauptstadt Vagharshabat (später Echmiadzin) wurde 303 die Kathedrale von Echmiadzin errichtet. Diese wurde zum Wohnsitz der "Katholikos" der Armenischen Apostolonischen Kirche sowie auch zum spirituellen Zentrums aller Armenier.

*(griech. 'katholikos' = "universeller" Bischof, in der östlichen christlichen Kirche Titel gewisser geistlicher Oberer)

PageTop