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– History – Buddhismus – Lamaismus in der Mongolei
   




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P & C December 1998
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Text in German



Das Wort "Buddhismus" leitet sich aus dem Sanskrit-Wort "Buddha" ab, das "der Erleuchtete" bedeutet. "Buddhismus" oder "Buddhadharma" ist die Verkündigung und der Weg zur Erleuchtung des menschlichen Potenzials.

Der Lamaismus, eine Abart des nördlichen Buddhismus, verbreitete sich im 7. Jahrhundert in Tibet. Es gelang ihm aber nie, die alten Bonformen ganz auszutilgen.
Ende des 14. Jahrhunderts kam es in Tibet zu einer Spaltung der Kirche, herbeigeführt durch den Mönch Tsongkhapa, einem Reformator, der sich gegen die verlotterten Mönchssitten wandte. Er gründete die "Tugendsekte" (Gelbe Kirche, uns bekannt als die Gelbmützen) und führte die gelbe Farbe als Ordenstracht ein. Die Hauptverbreitungsgebiete der "Gelben Kirche" waren vorab die Klöster in Nordtibet und später in der Mongolei.

- Die Ostmongolen (Innere Mongolei) leben politisch gesehen auf chinesischem Gebiet, an der Grenze von Nordosttibet, zum Teil in Ost-Sinkiang und im Gebiet des Blauen Sees (Köke Nuur).
- Die Nordmongolen (Äussere Mongolei) wohnen im Süden von Zentralsibirien und die Burjaten in der Hauptsache um den Baikalsee herum. Die West-Baikalier neigen noch zum Schamanentum. Die Süd-Baikalier oder Burjaten im Transbaikalgebiet indessen haben den lamaistischen Glauben reformierter Prägung angenommen.
Wie die Burmesen, Chinesen, Japaner, Kambotschaner, Koreaner, Siamesen, Singhalesen, Tibeter und weitere Völker in Asien gehören die Mongolen zum indisch-buddhistischen Religionskreis. Die Kultur und Kunst Chinas hat in den vielen Jahrhunderten allgemein verbreitete Traditionen geschaffen, die diese Völker heute noch mit ihnen verbindet.
Die Mongolen sind Lamaisten. Hier ist das Verbreitungsgebiet der "Gelben Kirche". In den mongolischen Klöstern war die buddhistische Kunst, bis kurz vor ihrer Zerstörung in den 1930iger-Jahren, sehr hoch entwickelt und hatte auch wahre Meister unter den Malern, Bildhauern, Architekten und sehr geschickten Handwerkern.
- Das Nomadentum beeinflusst das gesamte Leben der Hirten und der Jäger, ihren Glauben, ihre Sitten, ihre Tugenden und Laster, welche die Mongolen mit den benachbarten Turkvölkern teilen.
- Das Fremdartige und gewissermassen Angeglichene: Es handelt sich um das Indo-Tibetische, mit dem auch eine neue Religion, der Buddhismus mit seinem erhabenen Gedankengut und mit seiner Enzyklopädie der Wissenschaft (vorab der Heilkunde), eingeführt wurde.
- Das Chinesische, das die mongolische Sprache mit einer recht bedeutsamen Terminologie bereicherte, und welches das unter der Mandschu-Dynastie eingeführte System der Verwaltung und die chinesischen Werke betrifft, welche die philosophischen und ethischen Themen behandeln.
- In neuerer Zeit hat auch das Europäische an Einfluss gewonnen.

Geschichte

Im 4. Jahrhundert nach Christus kamen die Mongolen zum ersten Mal mit dem Buddhismus in Berührung. Vor dieser Zeit hatten das Topa-Turkvolk und die Wei-Dynastie gewissen Einfluss auf das Juan Juan Reich, von welchem die Mongolei während dieser Zeit beherrscht wurde. Ein späterer buddhistischer Einfluss ist durch Kita im 10. Jahrhundert gegeben, wovon eine Stupa in Kerulen Bars Khota und die Reste der Buddha-Statue am Khalkhin Gol (Fluss) zeugen. 1125 zerfiel die Kitan-Dynastie, und die Mongolei kehrte zu einem unorganisierten System aus Krieg führenden Stämmen zurück, wobei Nestorianismus, Manicheismus und Schamanismus die Hauptreligionen ausmachten.

Die ersten Berührungspunkte zwischen den Mongolen im Gebiet nörderlich der Gobi einerseits und der Religion des Buddhismus andererseits gab es 1219, als der mogolische General Mukali die Stadt Lan Ch'eng in der Provinz Shansi überfiel und einen Mönch namens Hai-yün, einen Anhänger der Ch'an-Sekte, die zu diesem Zeitpunkt in China populär war, festnahm. Die Ch'an-Schule der Buddhisten wurde schon bald darauf auch von den Tibetern unterstützt.
Der tibetische Buddhismus war zu diesem Zeitpunkt stark vom alten Schamanismus und dem Animismus Tibets beeinflusst und entsprach somit eher den Glaubenssystemen der Mongolen, von welchen viele dem Schamanismus und dem Naturkult ihrer Ahnen treu verbunden blieben.

1239 entschied sich Ögedeis Sohn Koden, nachdem er die Provinz Sichuan in China erobert hatte, in das benachbarte Tibet einzumarschieren. Da sie sich sehr schnell für einen Friedensvertrag entschieden, sandten die Tibeter So-pan, den Abt des Klosters Sakya, dem Hauptsitzt der Sakya-Sekte des tibetischen Buddhismus, zu Koden. So-pan - Sakya Pandita -war ein bekannter Gelehrter, der eine Reihe gelehrter Abhandlungen, darunter "Treasury of Good Advice" (nun in schriftlicher Form vorliegend), verfasst hatte.

Es war zur Zeit der Grosskhans, als die tibetische Form des Buddhismus in der Mongolei grösseren Einfluss nahm. Zu Beginn des 13. Jahrhunderts eroberte Dschingis Khan Tibet. Der Führer des grössten Reichs, das jemals existierte, war für seine religiöse Toleranz bekannt, da sein Grossreich Christen, Muslime, Nestorianer, Manicheisten und Schamanen umfasste. Als es nach seinem Tod in Tibet zu Unruhen kam, wurde sein Enkel dorthin gesandet, um die Sache zu bereinigen. Obwohl er bei der Lösung des Problems einen Pfad der Verwüstung zurückliess, freundete er sich mit Sakya (Sa skya) Pandita, dem Patriarchen der Sekte Sa skya, an. Die Beziehung dieser zweier Männer setzte den Grundstein für die ganz spezielle Beziehung zwischen Lama und Patron in Tibet. Godans Nachfolger, Khubilai Khan, setzte diese Beziehung mit Sakya Panditas Neffen Phags-pa fort. Er hielt sich am mongolischen Hof auf, wenngleich eher aus politischen denn aus spirituellen Gründen. Dadurch, dass er einen Vertreter der regierenden Sa skya pa am Hofe beherbergte, hoffte Khubilai, die Tibeter für ein freundliches Verhältnis gewinnen zu können. Während seiner Zeit am mongolischen Hof, bekehrte Phags-pa grosse Teile der regierenden Klasse, einschliesslich dabei Khubilai. Auf diese Weise geriet die Mongolei zum ersten Mal unter stärkeren buddhistischen Einfluss, obwohl dieser scheinbar auf die obere Klasse beschränkt zu sein schien.

Im Jahre 1307 nach dem Tod von Khubilais Enkel Temür versuchte ein anderer seiner Enkel, den Thron der Yüan-Dynastie zu übernehmen. Als er das Amt des Vizekönigs des Tangut-Lands Xias (um die heutige chinesische Provinz Ningxia herum) inne hatte, konvertierte Ananda zum islamischen Glauben. Er studierte Arabisch, lernt den Koran auswendig und träumte augenscheinlich davon, ganz China in ein islamisches Land zu verwandeln. Sein Cousin Khaishan intervenierte, liess Ananda töten und bestieg selbst den Thron. Khaishan war, trotz dieser Behandlung seines Cousins, ein frommer Buddhist. Er lud den berühmten Übersetzer Chokyi Ozer nach Peking ein and initiierte ein umfassendes Programm für die Übersetzung von buddhistischen Texten aus dem Tibetischen in das Mongolische. "Es ist das Verdienst [der Werke Khaishans], dass für Menschen und Tiere gefährliche Seuchen aus dem Land verschwanden, und dass es weder Überschwemmungen noch Fluten gab; dass der Regen zur richtigen Zeit einsetzte und für die Ernte gut war; und dass sich das Glück immer mehr ausbreitete". Die Klöster, Zentren zum Studium und zur Meditation, standen mit ihrem Reichtum und ihrer Bedeutung miteinander in Wettstreit.

Nach dem Tode Khubilais im Jahr 1294 hielten seine Nachfolger die Fassade von tibetischem Buddhismus aufrecht; aber es gibt Hinweise dazu, dass die tatsächliche Ausübung dieses Glaubens, zumindest in Hofkreisen, immer mehr durch nicht-buddhistische Einflüsse korrumpiert wurde. Es gibt Anzeichen von Schwarzer Magie, Tieropfern und Sex-Kulten auf der Grundlage inkorrekter Auslegungen gewisser esoterischer tantrischer Texte.

Ende des 16. Jahrhunderts ist Altan Khan an der Macht. Er trifft auf Sonam Gyatso, einen tibetischen buddhistischen Führer, dem er den Titel Dalai Lama verleiht. Dalai ist ein mongolisches Wort mit der Bedeutung "riesig" oder "ozeanisch"; es handelt sich dabei auch um eine direkte mongolische Übersetzung des tibetischen Worts gyatso und aus diesem Grund ein besonders passender Titel für Sonam Gyatso. Von dieser Zeit an herrschte Buddhismus in den mongolischen Territorien vor und etablierte eine grosse Schar an Geistlichen.

Im späten 17. und frühen 18. Jahrhundert war der Bildhauer par excellence in den buddhistischen Ländern Asiens ein Mann namens Undur Gegeen Zanabazar (1635-1723), der erste Jebtsundamba Khutuktu, oder Bogdo Gegeen (König Bogd), und der grösste Bildhauer der Mongolei. Er war auch der Gründer unserer Kunstschule "Zanabazar“.
Seit Zanabazar, diesem höchsten Vertreter der Buddhisten im 17. Jahrhundert, hat sich der Titel Khan Bogd (König Bogd) etabliert. Khans waren gleichzeitig die höchsten buddhistischen wie auch profanen Führer. Der letzte mongolische Khan Bogd starb 1924. Er war der letzte religiöse und profane Führer der Mongolei, der seinen Herrschaftssitz im Khan Bogd Palast hatte. Dieser Herrschaftssitz wurde als Ulaanbaatar, d.h. 'Rote Krieger' oder 'Rote Helden', bezeichnet.

Ende des 19. Jahrhunderts gab es 583 Klöster- und Templkomplexe, und es lebten 243 personifizierte Lamas in den mongolischen Territorien, davon 157 in der Innermongolei. Die buddhistische Geistlichkeit besass etwa 20 % des nationalen Reichtums; und in den 1920er Jahren gab es etwa 110'000 Mönche, etwa ein Drittel der männlichen Bevölkerung.

Lama

Wer nicht wollte, dass sein Sohn die Schule der Mandschu (die mandschu-chinesischen Kaiser herrschten 200 Jahre in der Mongolei) besuchte und damit als Beamter im Verwaltungsapparat endete und zum Diener dieser Herren wurde, schickte seinen Sohn zur Ausbildung in die Klosterschule. Der Wunsch vieler, eine Bildung in diesen gut organisierten Schulen zu erhalten, sicherte den Klöstern ihren Lebensunterhalt. Die Familien versorgten diese ausreichend mit Nahrung, Kleidern und anderen Rohstoffen und erhofften, damit auch die Gunst der Götter positiv beeinflussen zu können. Nach Vollendung der Ausbildung war es den Novizen freigestellt, wieder auszutreten und als Viehzüchter und Nomaden zu leben und auch eine Familie zu gründen.
Einige blieben jedoch für immer im Kloster und wandten sich nun dem Erlernen eines Kunsthandwerkes zu.
Dies erklärt, warum fünf Achtel der männlichen Bevölkerung in der Mongolei damals gebildet waren, bis die Klöster in den 30iger-Jahren vernichtet wurden

- Lama’s heute
Eine der wichtigsten Charakteristiken des mongolischen Buddhismus sind die vielen unabhängigen Lamas. Diese Lamas gehören keinem Kloster an. Ihr Einkommen setzt sich zum Teil aus Geschenken oder Zahlungen von Menschen zusammen, die diese konsultieren. Diese Beratungsgespräche können religiöse, spirituelle oder medizinische Themen betreffen. Lamas können auch darum gebeten werden, den positiven Ausgang eines gewissen Projekts zu gewährleisten; wenn jemand z.B. ein Haus bauen möchte, muss der Lama kommen, um den Boden zu segnen. Diese unabhängigen Lamas haben aber in den meisten Fällen nicht die Gelübde der Mönche, oder zumindest nicht alle, abgelegt.
Die unabhängigen Lamas können mit einem bestimmten Kloster eine Bindung eingehen, sie können sogar für dieses arbeiten, so etwa als Bibliothekar.

Tibetische Medizin

Die traditionelle Medizin der Mongolei basiert sehr stark auf der tibetischen buddhistischen Praxis. Es gibt aber gewisse Unterschiede bei der Handhabung physikalischer Probleme und in der Akupunktur, so z.B. die Behandlung mit Nadeln.
In einigen Klöstern kann man medizinische Beratung einholen. Auch gibt es unabhängige Lamas, die diese Beratungen anbieten.

Tibetischer Kalender

Im tibetischen Kalender sind die Jahre nach einem der Tiere der tibetischen Sternzeichen (Pferd, Schaf, Affe, Vogel, Hund, Schwein, Ratte/Maus, Kuh/Ochse, Tiger, Hase, Drachen, Schlange) benannt. Abgesehen von diesem Zyklus von zwölf Jahen gibt es noch einen Zyklus von 10 Jahren, in welchem zwei aufeinanderfolgende Jahre durch eines von fünf Elementen (Eisen, Wasser, Holz, Feuer, Erde) bezeichnet sind. Diese Zyklen ergeben in Kombination eine Zeitspanne von 60 Jahren (12 x 5) aus einzigartigen Kombinationen eines Tiers mit einem anderen Tier. Jedes Jahr ist in Mondmonate unterteilt, die im Prinzip aus 30 Tagen bestehen, die aber auch kürzer sein können, weil die Unglückstage nicht gezählt, dafür aber einige Heilige Tage doppelt gezählt werden. Weiters besitzt jeder Monat vier besondere Tage der Verehrung: den 8., 10., 15. und 25. jedes Monats. Und so hat auch jedes Jahr seine speziellen Feiertage. Der Geburtstag Buddhas wurde so z.B. 2002 am 26. Mai gefeiert.
In der Mongolei wird das Mond-Neujahr Tsagaan sar genannt, was so viel wie "der weisse Monat" bedeutet; gefeiert wird während einiger weniger Tage am Ende der 81-tägigen Winterperiode. Nomaden unterteilen das Jahr in Perioden, die aus 9 Tagen bestehen, und somit setzt sich der Winter aus neun dieser Perioden zusammen. Die Perioden besitzen Namen wie 'Lämmer müssen bedeckt werden' und 'Nicht kalt genug, um die Suppe einzufrieren'. Der schamanistische Hauptritus, der als das "Grosse Opfer" bezeichnet wird, wird am dritten Tag von Tsagaan sar gefeiert.
Ovoo

Eine der hervorstechenden Eigenschaften ist die ovoo-Verehrung. An diesen Orten werden von buddhistischen Lamas Rituale ausgeführt. Ovoo, Menge oder Steinhaufen, ist das lamaistische Äquivalent eines schamanistischen Schreins, d.h. eines Knochenhaufens, der auf dem Steinaltar aus den Resten geopferter Tiere an tailgan gebildet wird.
Diese Haufen werden von lokalen Geistern, lokalen Gottheiten (nibdagh and shiddagh) mongolischer Menschen, bewohnt.

Khadag

Ein zeremonieller Schal, in der Mongolei oftmals blau. Dieser wird verwendet, um geheiligte Gegenstände anzubinden, oder um Menschen oder Göttern Geschenke darzubringen.

Fünf reine Länder

Im mongolischen Buddhismus gibt es fünf reine Länder oder Paradiese:
1. sain amgalant oron (mon), divaajin (tib), sukhavati (san) = Höchster Himmel, Paradies (Das Weisse-Lotus-Sutra handelt von diesem Lamd)
2. shambala (san)
3. urgenkhando (tib)
4. utaishan kumbum
5. gandan
Shambhala

Während der ganzen Menschheitsgeschichte suchten Männer und Frauen, Gesellschaften zu erschaffen, die es ihnen ermöglichen, die Würde der menschlichen Existenz auszudrücken und innerhalb einer blühenden Kultur ein sinnvolles Leben zu führen. Dies ist die Vision von Shambhala.

Im Kalachakra Tantra erwähnt. Eine himmlische Nation. Es wird 25 Könige geben. Zur Zeit ist der 17. König an der Macht. Der 25. König, Rigden Dagva, wird im Jahr 2227 die islamische Welt angreifen. Danach wird auf der Welt nur mehr der Buddhismus existieren.

Zentrum dieser Weisheitstradition ist die Ansicht, dass ein würdevolles Leben auf Grundlage mediativen Verständnisses von jedem geführt werden und zu einer erleuchteten Gesellschaft führen kann. Kontemplative Übungen bereichern unser normales Leben mit einem natürlichen Sinn von Güte, Furchtlosigkeit und Humor.

In den buddhistischen Legenden findet man Hinweise auf einen Heiligen Berg Sümeru, der sich unbekannterweise irgendwo in Mittelasien befindet, aber dieses versprochende Land "Paradies" darstellt (das auch als Shambhala oder Shangri-la bekannt ist).

© Albi - Face Music - Februar 2006 – Deutschübersetzung Hermelinde Steiner

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