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Obwohl viele verschiedene Völker durch den geographischen Raum der Ukraine gezogen sind, dort gelebt oder sogar geherrscht haben, gehört die Volksmusik der Ukraine zur slawischen Tradition. Die Vokalmusik ist hauptsächlich heterophon: Zwar ist der Gesang oft mehrstimmig, doch ist immer eine Stimme führend. Das reiche Repertoire umfasst viele berühmte Kosakenlieder und traditionelle Tänze. Diese Musik hat ihre Wurzeln in einer Jahrhunderte alten, oralen Tradition von Bylinen (Epen, erzählende Gedichte) und Duma, das sind lange, lyrische Balladen, in welchen die Heldentaten der Kosaken gerühmt werden.
Die Texte nehmen Bezug auf Geschichte, Landschaften, Charaktere und Eigenschaften der Bevölkerung. Auch Moral und Regeln des Zusammenlebens kommen zur Sprache.
Die instrumentale ukrainische Volksmusik hat verschiedene Formen. Einerseits gibt es den Solovortrag auf der Sackpfeife, der Violine, oder der Bandura usw., andererseits das Zusammenspiel etwa im traditionellen Trio, der so genannten "troista muzyka", welches hauptsächlich zum Tanz oder bei Umzügen aufspielt.
Charakteristisch für die traditionellen Tanzmusik-Gattungen ist ihre ethnische Zugehörigkeit und damit die klare Unterscheidung von regionalen oder lokalen Tanzformen: Kolomiyka (Ukrainische Karpaten und benachbarte Regionen), Hopak und Kossatschok (ganze Ukraine), Polka und volkstümliche Walzer (slawische und nicht slawische Traditionen des europäischen Gebiets). Die Einwirkung polnischer, tschechischer, slowakischer und ungarischer Folklore in den westlichen Gebieten (Karpaten) offenbart sich in der Rhythmik mit ihren stabilen Taktarten, während in den östlichen Regionen ein asymmetrische Rhythmik und asymmetrische Versmasse vorherrschen. In der südwestlichen Gegend der Karpaten (Region Bukowina) findet man Ähnlichkeiten mit moldawischer und rumänischer Instrumentalmusik. Zur Instrumentalmusik, die nicht zum Tanz aufgespielt wird, gehört die improvisierte Musik der Hirten auf der Geige, der Sopilka (Längsflöte,), auf der Trembita (etwa 3 Meter lange Form des Alphorns; eigentlich ein Signalinstrument der Hirten der Bergregionen, das auch bei Hochzeiten oder Begräbnissen Anwendung fand, zu Weihnachten wurden darauf auch Kolyadky, Weihnachtslieder, gespielt) oder auf der Drymba (Maultrommel). Interessanterweise ist hier zu vermerken, dass die Maultrommel auch von Frauen gespielt wurde und man es als ein weibliches Instrument bezeichnete. Grundlage der Improvisation bildeten meist Lieder.

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