Face Music - Traditional Singing technique - Khakass people




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P & C December 1998
- Face Music / Albi

- last update 02-2012


Text in Deutsch

Gesangstechnik:

- Khai
ist eine der ältesten Formen des Oberton- oder Kehlkopfgesangs des Sayano-Altai- Stamms, wobei die tiefste und die höchste Stimmlage verwendet werden. Es ist eine traditionelle Form, das Erzählen von Heldensagen, die mit Männerstimme vorgetragen werden. (Sänger und Erzähler = Khaigee).

Die Khaigee führen den Khai-Gesang, der Teil ihres traditionellen kulturellen Erbens ist, auf, wenn sie auf einem Pferd reiten oder dieses führen. Der Gesang kann auf der Chatkhan oder Khomys begleitet werden. Die Darbietung kann bis zu mehrere Tage und Nächte dauern.

Das Repertoire der Chakasen für ihre vokalen und instrumentalen Darbietungen umfasst z. B. Heimatmelodien, traurige und tragische Melodien, Geschichten, Erzählungen, wahren Epen, traditionelle Lieder, moderne Lieder, kurze Gedichte mit im Allgemeinen acht Zeilen, Sprichwörter, weise Gedanken und Idiome, Gedichte, Rätsel, erfundene Geschichten, Anekdoten, wahre Geschichten, Gebete, Danksagungen, Wünsche und Bitten.

- Sygyt
bedeutet "pfeifen" und stellt den höchsten, hellsten Stil des Obertongesangs dar, in welchem die höchste Stimmlage zum Einsatz gebracht wird. (In der Natur hat jedes Geräusch Obertöne, selbst das Pfeifen des Windes zeigt Harmonien).

- Karkiraa
ist der niedrigste Ton, den eine menschliche Stimme erzeugen kann. Dieser muss aus dem tiefsten Teil der Luftröhre aufsteigen und im Brustkorb zur Resonanz kommen.

- Koomoi
stellt eine weitere Art des Obertongesangs dar, wobei hier zwei Tonlagen - die höchste und die niedrigste - zur selben Zeit erzeugt werden. Ein Koomoi-Meister kann sogar drei Tonlagen auf einmal erzeugen.
Obertongesang kann auch unter den Turk-sprechenden Stämmen in verschiedenen Teilen Zentralasiens gefunden werden. Die Bashkir Musiker aus dem Uralgebirge bezeichnen ihren Stil des Obertongesangs als Uzlyau; die Chakasen nennen ihn Khai und die Tuwiner Khoomei.

Bis heute stellt der Obertongesang eine Gemeinsamkeit der sibirischen Völker wie auch der kasachischen und mongolischen Stämme dar. Oberton- oder Kehlkopfgesang ist eine besondere Technik, in welcher ein einzelner Sänger gleichzeitig zwei unterschiedliche Tonlagen erzeugt. Eine Tonlage ist ein tiefer, langanhaltender Grundton (eine Art Brummen), während die zweite eine Reihe von flötenähnlichen Harmonien bildet, die hoch über diesem Brummen klingen. Ein Meister dieser Gesangskunst kann sogar den Oberton lauter als den Grundton erzeugen, so dass das Brummen kaum mehr hörbar ist. Eine andere Technik, die oftmals von Obertonsängern eingesetzt wird, kombiniert einen normalen glottalen Ton mit der niedrigfrequenten, pulsähnlichen Vibration, die als "vocal fry" bezeichnet wird. Die Turk-Stämme im Altai sangen ihre Texte gewöhnlich in einer so tiefen fry-Stimmlage von etwa 20-25 Hz.


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